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Bedrohung im Isartal

Schafhalter schlagen Alarm: Angst vor dem Wolf geht um

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Vorsorge muss sein: Veterinär Martin Simon nimmt einem Tier Blut ab. Gemeindehirte Peppi Hornsteiner (r.) und Josef Kriner (l.), der Chef der Schafhalter, schauen ihm zu.

Zerstört der Wolf die Alm-Idylle rund um Mittenwald? Eine brennende Frage, die die Mittenwalder Schafhalter zum Auftakt der Weide-Saison beschäftigt.

Mittenwald – Für rund 500 Bergschafe hat in Mittenwald der Almsommer begonnen. Trotz der Vorfreude geht aber die Angst vor dem Wolf um.

Davon lassen sich die Schaferer am Freitag am Kranzberg nicht beirren. Hirte Peppi Hornsteiner steht inmitten blökender Vierbeiner. Bedächtig hält er ein Tier, während Veterinär Martin Simon diesem Blut abnimmt. „Eine wichtige Vorsorge“, meint der Zägl-Peppi. Denn das Blut wird in einem Labor auf Brucellose untersucht – eine heimtückische Infektionskrankheit. Gleichzeitig untersucht Hornsteiner die Hufe. Diese sagen sehr viel über den Gesundheitszustand aus. Ungepflegte und kranke Tiere kommen nämlich nicht den Sommer über auf die Alm. Stattdessen gibt’s für deren Besitzer eine saftige Rüge. Solche „schwarzen Schafe“ sind aber glücklicherweise nur die wenigsten der rund 45 Isartaler Züchter und Halter.

Die Schafe, die den Winter über im Stall verbrachten, dürfen sich in den nächsten Monaten auf den Wiesen des Kranzbergs und später im Karwendelgebirge nach Lust und Laune austoben. Josef Kriner, der Vorsitzende des Schafhaltervereins, sieht darin einen wesentlichen Faktor zum Erhalt der Kulturlandschaft.

Was bleibt, ist die Angst vor dem zurückgekehrten Wolf. „Er bedroht die Schafhaltung auch bei uns im Isartal“, zeigt sich Kriner überzeugt. Zwar gibt es finanzielle Entschädigung seitens des Staates, wenn der Beutegreifer ein Schaf reißt. Allerdings glaubt der Pfoutscha-Sepp, dass viele der Schafhalter auf Dauer die Lust an ihrem Hobby verlieren. „Einer, der nur fünf oder sechs Tiere hat, wird nicht weitermachen, wenn ihm der Wolf mehrere davon reißt.“

Noch sind es gut 500 Schafe, die jährlich auf die Alm getrieben werden. „Aber viel weniger brauchen es nicht mehr zu sein“, rechnet Kriner vor. Denn dann stellt die Öffentlichkeit auch keinen Gemeindehirten mehr.

Was nicht zuletzt angesichts des großen Zulaufs junger Mitglieder im Schafhalter-Verein schade wäre. „Mittlerweile haben wir etwa 114.“ Es steht also viel auf dem Spiel. Kriner kämpft deshalb mehr denn je gegen die Rückkehr des bei den Haltern so verhassten Wolfs. Im Oktober 2017 war er gemeinsam mit Vertretern des Bauernverbandes in München bei einer Kundgebung. Bauern aus Bayern, Tirol, Südtirol und dem Salzburger Land demonstrierten dort gegen den Beutegreifer. Bekanntlich leben in Europa mittlerweile wieder bis zu 20 000 Wölfe.

„Bei uns wird er sicher auch schon durchgezogen sein“, glaubt Kriner. Aber noch sei er nicht sesshaft geworden in der Region. „Noch“, betont er ausdrücklich.

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