Beim Paintball: 27-Jähriger bricht leblos zusammen

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Mit Farbkugeln schießen die Spieler beim Paintball aufeinander. Seit 2009 gibt es die Anlage in Hochbrück (Archivbild).

Garching - Aus dem geplanten fröhlich-actionreichen Spieleabend im Garchinger Paintballcenter, als Geburtstagsgeschenk gedacht, ist für drei Brüder aus München ein Kampf um Leben und Tod geworden.

Nur wenige Minuten nachdem sich das Trio umgekleidet hatte und in der Halle zum Spiel mit den Farbpistolen bereit war, brach einer von ihnen plötzlich zusammen und erlitt einen Kreislaufstillstand.

Die anderen beiden, die zu diesem Zeitpunkt am Mittwochabend die einzigen Spieler in der Halle waren, erkannten sofort die bedrohliche Situation für ihren 27-jährigen Bruder und setzten einen Notruf ab. Der in Hochbrück stationierte Rettungsdienst war sofort zur Stelle und begann die Beatmung und Wiederbelebung des Patienten. Die First Responder der Freiwilligen Feuerwehr Garching - stellvertretender Kommandant Heiner Hegering sowie Maximilian Kraus und Stefan Fehrenbach - übernahmen nach ihrem eintreffen unverzüglich die Herzdruckmassage und unterstützten den Rettungs-dienst bei der Behandlung. Außerdem kam aus Eching der Notarzt, der dem jungen, um sein Leben kämpfenden Mann gezielt Medikamente verabreichte. Schließlich wurde durch die Feuerwehr Unterschleißheim noch ein Wiederbelebungsgerät eingesetzt. „Dank all dieser unverzüglich eingeleiteten Maßnahmen verbesserte sich der Zustand des Erkrankten noch vor Ort“, fasste die Garchinger Wehr gestern den lebensrettenden Einsatz zusammen. Der 27-Jährige konnte, auch zur Beruhigung seiner Brüder, direkt im Notarztwagen in die Klinik gebracht werden, wo er schon wieder deutliche Lebenszeichen zeigte.

Der Zusammenbruch des Gastes war auch für Pascasl Kloster, Geschäftsführer der Garchinger Paintballanlage, ein großer Schock: „So etwas haben wir in den drei Jahren der Öffnung noch nie erlebt. Das schlimmste war einmal ein umgeknickter Fuß.“ Beruhigt nahm er dann die Feststellungen der Ärzte entgegen, dass es sich bei dem Unfall nicht um eine Folge äußerer Einwirkungen gehandelt habe, sondern um einen Kreislaufkollaps: „Die Polizei war ja dann auch vor Ort und prüfte genau, ob wir eventuell erst einmal schließen müssen. Wenn es um Menschenleben geht, wäre es für uns keine Frage gewesen, dies sofort zu tun. Aber alle Fachleute erklärten, dass es nichts mit der Anlage und dem Paintballspiel zu tun hatte.“

Was den Zusammenbruch des jungen Mannes ausgelöst hat, konnten gestern weder Kloster noch die Garchinger Feuerwehr und Rettungskräfte sagen. Kloster: „Der junge Mann hatte ja auch erst wenige Minuten gespielt. Einer der Brüder war noch gar nicht auf dem Spielfeld dabei gewesen.“ Beim Paintball schießen die Spieler mit Farbkugeln aufeinander. Dem Geschäftsführer tun die Brüder leid: „Der Ausflug in unser Paintballcenter, der so tragisch hätte enden können, war ja ein Geburtstagsgeschenk. Ich weiß allerdings nicht, ob das Geschenk für den Verletzten oder einen der anderen beiden gedacht war. Ich bin einfach nur froh, dass es bei allem Unglück so glücklich endete.“ Was vor allem dem schnellen Eintreffen der professionellen wie ehrenamtlichen Rettungskräfte zu verdanken war. agm

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