Nun steht er vor Gericht

Ausraster in Pizzeria: Gast beleidigt Kellnerin rassistisch - als man ihn aufhalten will, beißt er zu

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Symbolbild

Weil er sich von Tischnachbarn gestört fühlte, wurde ein Penzberger (51) rabiat. Zunächst beleidigte er eine Kellnerin - dann kamen seine Zähne zum Einsatz.

Benediktbeuern/Wolfratshausen Teuer bezahlen muss ein Gast seinen Restaurantbesuch in Benediktbeuern: 15 600 Euro stehen auf der Rechnung, die das Amtsgericht Wolfratshausen dem 51-Jährigen Penzberger wegen Beleidigung, Sachbeschädigung und Körperverletzung servierte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann am 27. August 2018 in der Pizzeria Don Camillo & Peppone eine Serviererin als „ausländische Schlampe“ beleidigt, von einem Mercedes den Heckscheibenwischer abgerissen und zwei Männer, die ihn daraufhin festhalten wollten, gebissen hatte. Den einen biss er in den Zeigefinger, den anderen in die Wade.

Benediktbeuern: Gast in Pizzeria fühlt sich gestört und beißt zu

„Das liest sich wie ein schlechter Film“, fasste Richter Helmut Berger die Anklage zusammen. Als der Mann das Restaurant aufsuchte, war er wohl schon nicht unerheblich alkoholisiert. Ein gegen 22.20 Uhr vorgenommener Atemalkoholtest ergab einen Wert von rund 1,9 Promille. Er bestellte ein Essen, Wasser und ein Viertel Wein. Auf der Terrasse habe er sich von Leuten am Nebentisch belästigt gefühlt. „Sie haben mit voller Lautstärke ein Musikvideo abgespielt. Das fand ich nicht so toll“, erzählte der Angeklagte.

Angeklagter in Benediktbeuern vor Gericht: „Habe mich nur gewehrt“

Weil die Bedienung auf seine Aufforderung, etwas zu unternehmen, nicht reagiert hatte, wollte er zahlen. Als sich das ebenfalls in die Länge zog, eskalierte die Situation. „Ich war stinksauer“, begründete der Mann, warum der den Scheibenwischer („ich dachte, es sei das Auto vom Inhaber“) abgebrochen hatte. Auf dem Parkplatz sei er von mehreren Menschen umringt und zu Boden geschubst worden, man habe ihn „festgehalten, gewürgt, über den Boden geschleift“, sagte der 51-Jährige. Dagegen habe er sich lediglich gewehrt. „Deshalb auch die Bisse. Ich wusste nicht, was ich machen sollte“, sagte der Angeklagte. Er beteuerte: „Ich bin ein sehr friedfertiger, ruhiger Mensch. Das ist absolut nicht meine Art und Weise.“

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Nach Bissen durch Pizzeria-Gast: Richter glaubt Erklärung des Angeklagten nicht

Diese Selbsteinschätzung sah Richter Helmut Berger, nachdem auch die vom Angeklagten beleidigte und später im Gerangel gegen die Brust geschlagene Kellnerin sowie der Inhaber des Lokals ausgesagt hatten, ad absurdum geführt. „Ich weiß nicht, was an diesem Abend los war – außer dem Alkohol“, sagte Berger. „Aber sie waren außer Rand und Band.“

Nach Bissen vor Benediktbeurer Pizzeria: Über 15.000 Euro Strafzahlung

Die durch Fotos dokumentierten Verletzungen, die der Mann selbst davon getragen hatte, führte der Richter auf das Gerangel auf dem Parkplatz zurück. Aber nicht auf Fußtritte, wie vom Angeklagten behauptet. Dass die Männer ihn festgehalten hatten, nachdem er die Sachbeschädigung begangen hatte, sei durch das sogenannte „Jedermannsrecht“ gerechtfertigt gewesen. Somit könne von einer Notwehrsituation keine Rede sein. Berger verurteilte den Penzberger zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 130 Euro und blieb damit deutlich unter dem Antrag des Staatsanwalts, der 180 Tagessätze (insgesamt 23 400 Euro) gefordert hatte.

Lesen Sie auch: Kater Maxl stirbt qualvoll nach Todesschuss: Jetzt gibt es einen Verdächtigen und Kesselberg: Polizei will mehr kontrollieren. Und: Weil sie sich durch Zurufe nicht stoppen ließ, hat ein Polizist eine Hündin, die auf ihn zustürmte, durch einen Warnschuss gestoppt, berichtet Merkur.de*. Eine betrunkene Kellnerin bekam in Schliersee mächtig Ärger, als sie betrunken ins Auto stieg.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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