Zu leicht bekleidet unterwegs

Bergsteiger unterkühlt und verletzt gerettet

Der Mittenwalder Höhenweg – ein anspruchsvoller Steig.

Gilching/Mittenwald - Der Sorge seiner Frau hat es ein Gilchinger (72) zu verdanken, dass er noch am Leben ist: Weil er sich nicht nach seiner Bergtour meldete, alarmierte sie die Helfer, die ihn unterkühlt und verletzt fanden.

Der Mann machte sich am Samstag relativ spät auf den Weg ins Karwendel, um den Mittenwalder Höhenweg zu erklimmen. Laut Bergwacht ist er erst um 12.30 Uhr losgegangen. Damit hat er sich nicht viel Zeit eingeplant für die anspruchsvolle und anstrengende Route, bei der zum Teil Klettersteige zu überwinden sind. Mit seiner Frau hatte er vereinbart, dass er sich meldet, wenn er wohlbehalten wieder im Tal ist.

Da kam er jedoch nie an. Ausgerüstet mit laut Bergwacht mangelhaftem Schuhwerk und ohne warme Jacke, Schlafsack oder auch nur Taschenlampe, war der Mann unterwegs. Nach Einbruch der Dunkelheit war er zwar immerhin schon auf dem letzten Drittel der Tour, aber immer noch nicht an der angepeilten Brunnsteinhütte. Im Dunkeln stürzte er und fiel laut Polizei drei bis fünf Meter in die Tiefe. Dabei zog er sich eine Platzwunde am Kopf und Schürfwunden zu. Zwar war die Nacht sternenklar, aber die schmale Sichel des zunehmenden Monds spendete nicht genug Licht, dass er wieder auf den Weg zurückfinden konnte. So lag er mehrere Stunden in der Kälte und konnte auch seine Frau nicht anrufen.

Die meldete sich nach 22 Uhr bei der Germeringer Polizei, die wiederum die Kollegen in Mittenwald und die Bergwacht alarmierte. „Vorteilhaft war, dass der Ehemann seiner Frau die Route der Wanderung mitgeteilt hatte“, sagte ein Polizeisprecher. So konnten die Helfer an der richtigen Stelle suchen. Jedoch: Ohne einen Hundeführer hätten sie den Verletzten, der bei sieben Grad seit mehreren Stunden abseits des Weges lag, dennoch nicht retten können. „Er machte sich den Helfern nicht bemerkbar. Ohne den Hund hätten sie ihn nicht gefunden“, so der Polizeisprecher. Der Bergsteiger sei unterkühlt gewesen. „Es war sieben Grad kalt, dazu ging ein Wind. Die Bergwacht meinte, es waren gefühlte zwei bis drei Grad. Das war wirklich lebensgefährlich.“

Dennoch habe der Gilchinger Glück im Unglück gehabt, sagt der Beamte: Wäre er ein paar Meter weiter unten gestürzt, wäre er wesentlich tiefer gefallen. Es sei fraglich, ob er dies überlebt hätte.

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