Freisinger (33) stirbt in den Südtiroler Bergen

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Traumhaft schön: das Roßkopfgebiet bei Sterzing.

Freising/Südtirol - Seine Liebe zu den Bergen musste ein Freisinger (33) mit dem Leben bezahlen. Allein war er mit dem Rad auf rund 2000 Metern Höhe unterwegs, als er abrutschte und in den Tod stürzte.

Er war ein begeisterter Sportler und hielt sich zum Wandern, Radeln oder Skifahren oft im Südtiroler Sterzing auf. Der 33-Jährige lebte und arbeitete zwar in der Domstadt, hatte aber auch Freunde, Verwandte und eine Ferienwohnung in dem Südtiroler Ort.

So machte sich auch niemand Gedanken, als der Freisinger allein zu einer Radtour startete. Laut der Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“ war er am Sonntag, 22. Mai, allein auf den Ridnauner Höhenweg aufgebrochen. Erst am Mittwoch schlugen die Verwandten Alarm: Sie hatten mehrere Tage nichts von dem Bergradler gehört - und er war auch nicht nach Freising zurückgekehrt. Am Donnerstagabend begann die Bergrettung AVS Ridnaun/Ratsching mit der Suche nach dem Vermissten. „Von 21 bis 23 Uhr haben wir Fahrradwege abgesucht“, erzählt Rettungsstellenleiter Paul Strickner auf FT-Anfrage, aber ohne Ergebnis. Am Freitag konnte man wegen des extrem starken Regens erst gegen Mittag starten. Und die größte Schwierigkeit: Niemand wusste, wohin der Freisinger aufgebrochen war.

Erst eine Auswertung der Wanderkarten in seiner Wohnung - es fehlte jene der Zone Ridnaun und Umgebung - brachte die Rettungskräfte laut „Dolomiten“ auf die richtige Spur. Ein Freund gab den Hilfskräften schließlich den ausschlaggebenden Hinweis: Beim Skifahren im Winter auf dem Roßkopf hatte der Freisinger erwähnt, einmal den Ridnauner Höhenweg abfahren zu wollen. Die Route verläuft auf einer Höhe von 1900 bis 2300 Metern über dem Ridnauntal.

Die Bergrettung nahm diesen Hinweis auf und durchkämmte das gesamte Gebiet: Das Wetter war „sauschlecht“, erinnert sich Strickner. Es lag Neuschnee, es wehte ein frostiger Wind, und die Sicht war sehr schlecht. „Es war pures Glück, dass wir ihn am Freitag gefunden haben“, sagt der Rettungsstellenleiter. Als es kurz aufhellte, habe man den Freisinger gegen 15 Uhr in einer Schlucht gefunden und geborgen: Für den Abtransport mit einem Hubschrauber sei das Wetter zu schlecht gewesen, und so habe man den Freisinger mit einer „Gebirgstrage“ ins Tal gebracht.

Es gebe auf der abschüssigen Route schon „gefährliche Stellen, wo man besser nicht ausrutscht“, erklärt Strickner. Die Strecke sei zwar anspruchsvoll, aber für einen Wanderer sei sie durchaus machbar. Für Radfahrer sei die Höhenroute hingegen eigentlich nicht gemacht. Er vermutet, dass der 33-Jährige auf dem äußerst steilen Stück des Ridnauner Höhenwegs das Rad wohl getragen hat, ausgerutscht und 200 Meter in die Tiefe gestürzt ist.

Aufgrund der schweren Kopf- und Halswirbelverletzungen war der Mann vermutlich sofort tot. Die Beerdigung des Freisingers findet am Samstag in Sterzing statt.

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