Der Stand der Pläne

Hier entsteht endlich wieder eine Dorfwirtschaft

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Familienrat auf der Baustelle des Bernhardhofs in Erling-Andechs (v.l.): Julian, Bernd, Christine und Benedikt Holzinger.

Die bayerische Gemütlichkeit nimmt in Erling Gestalt an: Die Fenster vom Bernhardhof an der Andechser Straße sind gesetzt. Bald soll die Restaurantküche angeliefert werden. Dort bereitet der Koch Julian Holzinger (20) fortan bayerische und andere Schmankerl für den Gasthof zu.

ErlingDie Idee, im Andechser Ortsteil Erling wieder eine Dorfwirtschaft einzurichten, entstand nach und nach. Erst wollten die Eltern des 20-jährigen Julian Holzinger, Christine und Bernd Holzinger (beide 47), Ferienwohnungen bauen. Dann dachten sie an einen Frühstücksraum für Businesskunden. Und daraus wurde ein Restaurant. Jetzt entsteht auf dem Areal, auf dem einst der familiengeführte Bauernhof stand, ein Familienbetrieb der Nachkommen.

Die Fassade des Gebäudes soll zur Straßenseite hin mit viel Holz an den historischen Hof der Familie Bernhard erinnern. Bis zu ihrem Tod lebte noch Christine Holzingers Großmutter dem Anwesen. Schön wäre es gewesen, wenn man das Haus hätte renovieren können, sagt die 47-Jährige. Aber daran sei gar nicht zu denken gewesen. Alleine die Auflagen in Sachen Brandschutz und behindertengerechten Zugängen wären schwierig geworden.

Beides machte auch den Neubau nicht leichter, berichtet Bernd Holzinger. Um zu verhindern, dass Rollstuhlfahrer beim Rausfahren rückwärts die Treppe herunterrasseln, musste der Lift verlegt werden. Und die Isolation des Abluftkamins hätte um ein Haar den Durchgang so weit verengt, dass der Rollstuhl nicht mehr durchgekommen wäre. Aber sonst laufe alles reibungslos, freut sich Holzinger.

Es dauert nicht mehr lange, und die zwei Maisonette- und acht eingeschossigen Ferienwohnungen, eine davon komplett behindertengerecht, sind bezugsfertig – und die Tiefgarage mit 20 Stellplätzen befahrbar. „Die war teuer, aber den Preis muss man für das große Ganze zahlen“, weiß der Bauherr. Denn von Mietern vor dem Haus geparkte Autos wolle man vermeiden.

Zwei Handwerker arbeiten gerade an der Terrasse, die mit Blumen und Büschen eingerahmt werden soll. Den verwilderten Gemüse- und Kräutergarten der Oma hat Christine Holzinger bereits neu angelegt. Dort wächst in Zukunft so manches, was in der Küche verarbeitet wird: Salat, Zucchini oder Petersilie. Auf der Speiskarte wird zudem Freilandgeflügel aus eigener Aufzucht stehen. Und selbstgemachte Nudeln und Lasagne, die Leibgerichte des jüngsten Sohnes Benedikt (11).

Pülverchen werde man bei ihm im Bernhardhof nicht finden, verspricht der Koch, der bis vor kurzem in einer Einsterneküche gearbeitet hat. „Wir bieten eine kleine, aber ehrliche und gute Küche an.“ Eine Kostprobe davon bekommt die geschlossene Gesellschaft einer Weihnachtsfeier. Und ein Probeessen vor der Eröffnung hat die Familie auch im Sinn. Es ist alles bestens gerichtet, dass die Erlinger Anfang 2018 wieder in einer Dorfwirtschaft einkehren dürfen.     Michèle Kirner

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