Auch in Weilheim ein alter Bekannter

„Berufskrimineller“ lag mit Schmerzen im Flieger, nun wird er im Krankenhaus bewacht

In einem alles andere als alltäglichen Zustand haben Bundespolizisten einen gesuchten Straftäter vorgefunden – und festgenommen.

Münchner Flughafen/Weilheim - Der 46-jährige gebürtige Kasache landete am Sonntag aus Kiew kommend am Münchner Flughafen. Die Beamten wurden in die Maschine gerufen, in der der Gesuchte auf dem Boden lag. Wegen zweier Wirbelbrüche konnte er weder stehen noch gehen, so Polizeisprecher Christian Köglmeier. Der „Berufskriminelle“ wurde gleich mit fünf Haftbefehlen gesucht, unter anderem wegen Betrugs und Diebstahls. Der Osteuropäer kam in ein Unfallkrankenhaus, wo er nun von der Polizei bewacht wird. Ein Gericht muss nun entscheiden, wie es mit dem 46-Jährigen weitergeht.

Der deutsche Staatsbürger kann auf eine jahrzehntelange kriminelle Karriere vor allem als Dieb und Einbrecher zurückblicken, hat auch schon vielfach Bekanntschaft mit der Polizei gemacht. Auch die eine oder andere deutsche Justizvollzugsanstalt kennt er nicht nur von Besuchen. Dieses Mal hatte der gebürtige Kasache gleich fünf Haftbefehle im Gepäck, als er aus Kiew im Erdinger Moos ankam. Viermal suchten die Behörden in Oberbayern im Zusammenhang mit Strafverfahren wegen Diebstahlsdelikten nach dem polizeibekannten Mann, einmal wegen Betrugs.

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Weilheimer Richten verurteilten ihn, doch der Kasache tauchte immer wieder unter

Bereits im Jahr 2009 hatte das Traunsteiner Landgericht den heute 46-Jährigen nach einer Verurteilung wegen Betrugs unter Führungsaufsicht gestellt. Der Verurteilte hatte diesen Beschluss aber offenbar nicht ernst genug genommen, war seinen Auflagen nicht nachgekommen und wohl untergetaucht. Daher hat ein Richter am Traunsteiner Landgericht diesen Führungsaufsichtsbeschluss im Dezember 2016 neu gefasst und die Polizeibehörden mit der Suche nach dem Verschwundenen beauftragt. Im November 2014 hatte ein Richter am Amtsgericht Weilheim den Kriminellen wegen Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, ausgesetzt auf vier Jahre zur Bewährung. 

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Da der Verurteilte laut Gericht erneut straffällig geworden und untergetaucht war, hat eine Weilheimer Richterin im Oktober 2017 gegen ihn einen Sicherungshaftbefehl erlassen. Im März 2016 hatte ein Richter am Weilheimer Amtsgericht den Gesetzesbrecher abermals wegen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten, wieder ausgesetzt auf vier Jahre zur Bewährung, verurteilt. Auch dieses Mal hatte der Verurteilte sich nicht an die Bewährungsauflagen gehalten, war erneut straffällig geworden und wieder untergetaucht. Also hat dieselbe Richterin nur wenige Tage nach dem ersten Sicherungshaftbefehl einen zweiten ausgestellt. Zu diesen drei Suchaufträgen für die deutsche Polizei kommen noch zwei Untersuchungshaftbefehle. Den einen erließ die Weiheimer Richterin im September 2017, weil - wie sollte es anders sein - der 46-Jährige nach einer Anklage wegen Diebstahls untergetaucht und nicht zur Hauptverhandlung erschienen war. Den anderen erließ ein Richter am Münchner Amtsgericht gegen den Untergetauchten Ende November 2017, nachdem die Staatsanwaltschaft München II gegen den Mann ein Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls eröffnet hatte.

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Nun tauchte der Untergetauchte im Erdinger Moos wieder auf

Jetzt ist der Untergetauchte bei der Bundespolizei im Erdinger Moos wieder aufgetaucht, und zwar in einem Flugzeug liegend. Der Gesuchte war mit einem Flug aus dem kasachischen Almaty über Kiew in München angekommen. Zuvor hatte er offenbar mehrere Wirbelbrüche erlitten. Ob er sich die Wirbelverletzungen vielleicht sogar bei der Ausübung seiner "Tätigkeit" zugezogen hatte, wollte der Mann den Beamten nicht verraten. Die Beamten mussten also ins Flugzeug, um die fünf Haftbefehle zu vollstrecken. 

Mit Polizeibegleitung ins Krankenhaus

Den jämmerlichen Zustand des zu Verhaftenden vor Augen, haben die Grenzpolizisten einen Flughafenarzt geholt. Dieser ließ den Patienten in ein Umlandkrankenhaus einliefern - Polizeibegleitung inklusive. In der dortigen Notaufnahme eröffnete der diensthabende Arzt den Beamten, dass der Verletzte in ein Unfallkrankenhaus verlegt werden müsse. Also haben die Polizisten den Mann auch in die gut 120 Kilometer entfernte Unfallklinik begleitet. Dort werden sie den Festgenommenen so lange bewachen, bis ein Haftrichter seine Entscheidung über den weiteren Aufenthaltsort des 46-Jährigen gefällt hat.

Rubriklistenbild: © Alexandra Stolze

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