Schwierige Bergung

Betonlaster kippt auf Auto: Fahrer verschüttet

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Schweres Unglück in Zorneding: Ein Betonlaster ist auf der Verbindungsstraße von Zorneding in Richtung Oberpframmern auf einen Pkw gekippt.

Zorneding - Schweres Unglück in Zorneding: Ein Betonlaster ist auf der Verbindungsstraße von Zorneding in Richtung Oberpframmern auf einen Pkw gekippt.

Der Alarm kam gegen 13.30 Uhr. Aus bisher noch ungeklärter Ursache war ein Betonlaster aus Richtung Buch kommend kurz vor dem Zufahrtskreisel auf die Zornendinger Umfahrung nach links von der Fahrbahn abgekommen. Der Lkw beginn zu schlingern und kippte auf die Fahrerseite um. Im nahen, weichen Acker zog er eine Furche. Die Erde wurde zunächst vor dem Laster hergeschoben, drückte dann in die aufgebrochene Fahrerkabine.

Mitgerissen hat der Lkw dabei einen entgegenkommenden Mercedes. Die Fahrerin, eine Frau aus Grafing, erlitt leichte Verletzungen und wurde vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht.

Schlimmer hatte es den Lkw-Fahrer erwischt, ein Mann aus Feldkirchen Westerham. Er war im Führerhaus eingeklemmt, sein Fuß wurde durch das Lenkrad gehalten, sein Kopf hing nach unten und steckte laut Feuerwehr teilweise in der Erde.

Die Bergung des Mannes erwies sich als kompliziert. Teile des Mercedes hatten sich mit dem Lkw verkeilt. „Wenn wir das Auto einfach nur rausziehen, bricht uns vielleicht die Fahrerkabine zusammen“, erklärte Kreisbrandrat Gerhard Bullinger an der Unfallstelle. Ein Kran der Berufsfeuerwehr München wurde angefordert, der nahm die Fahrerkabine auf der Beifahrerseite an den Haken, um sie zu stabilisieren.

Zuvor hatten die Feuerwehrler bereits einen Traktor eingesetzt. Ein zur Hilfe gerufener Zornedinger Landwirt war mit seinem Fahrzeug ins angrenzende Feld gefahren. Die schweren Fahrzeuge der Feuerwehr wären dort eingesunken. Ein Rad des Mercedes wurde an eine Trosse gehängt. Vorsichtig lief die Winde des Traktors an. Damit wurde der Mercedes ein kleines Stück vom Lkw weggezogen, damit die Retter besser an den Verletzten herankommen konnten. Dessen Kreislauf erwies sich als stabil, er wurde während der Bergung ständig ärztlich betreut.

Feuerwehrler schaufelten unterdessen die Erde vor der Fahrerkabine weg. Zusätzlich brachte ein Radlader eine Ladung Holzhackschnitzel, mit denen die weiche Erde abgedeckt wurde. Nach über einer Stunde wurde der Lkw-Fahrer geborgen und mit dem Hubschrauber nach München geflogen.

Bilder: Betonlaster kippt auf Auto

Als eine der ersten an der Unfallstelle war ein Rettungssanitäterin aus dem südlichen Landkreis. Sie war privat unterwegs und auf dem Weg nach Hause zum Mittagessen. „Den Unfall habe ich ich nicht gesehen, als ich kam, lagen die Fahrzeuge schon da. Sehen konnte man zunächst gar nichts.“ Über eine Stunde war sie ganz nahe an dem einklemmten Lkw-Fahrer. „Was ich alles genau gemacht habe, weiß ich nicht. Du reagierst so, wie du es gelernt hast. Du spulst das ab.“ Als der Verletzte frei war, half sie noch mit die Trage bis zum Rettungswagen zu bringen. „Ich hoffe, er überlebt es.“

Robert Langer

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