Betrunkener Russe will Bundespolizisten bestechen: Haft

Flughafen - Reichlich Arbeit haben Flugreisende, die es mit den Gesetzen nicht allzu genau nehmen, der Bundespolizei am Münchner Flughafen beschert. Sprecher Poerschke berichtet von drei Aufsehen erregenden Einsätzen allein am vergangenen Donnerstag.

Nicht mit der Korrektheit des deutschen Beamtentums gerechnet hat ein Russe am Donnerstagabend. Das Visum des 34-Jährigen war am Vortag abgelaufen. Auf „recht eigenartige Weise“, so Poerschke, versuchte der Fluggast, das Papier unter der Hand zu verlängern. Er wollte den Beamten, der den Russen bei der Ausreise nach Moskau ertappte, mit 100 Euro bestechen. Gegen Bares könne man diese Lappalie doch vergessen“, meinte der 34-Jährige.

Das zog bei dem Polizisten überhaupt nicht. Zunächst wurde ein Alkoholtest vorgenommen, der einen Wert von 2,2 Promille ergab. Dann wurde der Staatsanwalt eingeschaltet. Der ließ den 34-Jährigen festnehmen. Statt in die russische Hauptstadt ging es in die Gewahrsamszelle. Nun muss sich der Russe wegen unerlaubten Aufenthalts in der Bundesrepublik und versuchter Bestechung vor Gericht verantworten.

Vier Jahre lang hatte ein Schwede keine Sozialversicherungsbeiträge für die Angestellten seiner Firma abgeführt. Als er nun am Moos-Airport zwischenlandete, klickten die Handschellen. Dem gebürtigen Kosovaren, der von Pristina nach Kopenhagen fliegen wollte, wird die Veruntreuung von über 100 000 Euro zur Last gelegt. Gene den 50-Jährigen liegt deswegen ein Haftbefehl des Amtsgerichts Heilbronn vor. Dort hatte er eine Trockenbaufirma geführt. Bereits 2006 hatte sich der einstige Unternehmer nach Schweden abgesetzt. Jetzt, sechs Jahre später, landete er im Gefängnis, wo er auf seine Verhandlung wartet.

Kühle Zelle statt warme Sonne - vor dieser unerwarteten Routenänderung stand ebenfalls am Donnerstag ein 63-Jähriger. Er wollte nach Ibiza fliegen, hatte aber keinen gültigen Ausweis dabei. Die Fluggesellschaft verlangte ein Ersatzpapier. Der Passagier wandte sich deswegen an die Bundespolizei, die solche Dokumente üblicherweise ausstellt. Die überprüfte die Personalien und stellte prompt fest: Der Mann wird per Haftbefehl gesucht. Er hatte wegen Trunkenheit im Straßenverkehr noch eine Reststrafe zu zahlen. 430 Euro verlangte die Staatsanwaltschaft Traunstein von dem Italiener. Der entschied sich laut Poerschke dafür, lieber seine Urlaubskasse anzuzapfen, um den 15 Tagen Ersatzhaft zu entgegen. Schließlich konnte er doch noch in Richtung Ibiza abheben.

(ham)

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