Polizei hofft auf Hinweise

Germering: Bewohner sahen Brandstifter

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200.000 Euro Schaden hat ein bislang unbekannter Brandstifter verursacht.

Germering - Ein Unbekannter hat an einem Gebäude des Germeringer Asylbewerberheims Feuer gelegt und so vor allem das Büro der Regierung von Oberbayern zerstört. Die Polizei fahndet nach dem Täter.

Das Feuer brach am Mittwoch in der Früh um 4.45 Uhr aus. Schon knapp zwei Stunden vorher hatte ein ins Heim zurückkehrender Asylbewerber eine Person auf dem Gelände bemerkt, sich dabei aber nichts gedacht, wie er später der Polizei erzählte. Ein weiterer Asylbewerber, der gegen 5 Uhr zum Heim kam, bemerkte dann den Brand und sah ebenfalls eine dunkel gekleidete Person.

Der Asylbewerber verständigte die zehn Bewohner, die in dem langgezogenen Haus in sechs Zimmern im hinteren Bereich leben. Damit konnten sie das Gebäude alle rechtzeitig verlassen – und die Feuerwehren aus Germering und Unterpfaffen rückten an, um die Flammen zu bekämpfen. Der Brandstifter, etwa 1,75 Meter groß und etwa 30 Jahre alt, war zu diesem Zeitpunkt schon wieder verschwunden. Von dem Mann, der eine dunkle Hose und eine dunkle Jacke trugt, fehlt bislang jede Spur.

Das Feuer war an der hölzernen Außenfassade an der Nordseite direkt außen am Büro der Regierung, die für die Gemeinschaftsunterkunft zuständig ist, gelegt worden und griff schnell auf den Dachstuhl über. Es zerstörte den vorderen Bereich des Hauses. Die Wohnräume der Asylbewerber im hinteren Bereich aber sind weiter benutzbar, berichtete Siegfried Schomburg vom Helferkreis Asyl. Er und seine Mitstreiter kümmern sich seit Jahren um die an die 70 in Germering untergebrachten Hilfesuchenden – und so eilte Schomburg gestern Vormittag auch zum Ort des Geschehens. „Ich habe versucht, mit den Leuten zu sprechen und sie zu beruhigen. Stellen Sie sich vor, dort, wo Sie wohnen, war Feuer“, sagte Schomburg hinterher. Ganz unabhängig von der baulichen Qualität der Unterbringung sei das natürlich schrecklich. Die Asylbewerber seien naturgemäß aufgeregt gewesen, sagte Schomburg, der vor Spekulationen warnt. Im Vorfeld habe es jedenfalls keinerlei Ereignisse gegeben, die auf ausländerfeindliche Umtriebe hätten hinweisen können.

Brand in Germeringer Asylbewerberheim

Das betont auch die Polizei, bei der die Lage am Starnberger Weg eigentlich als konfliktfrei gilt. Die Beamten suchen nun nach dem Brandstifter und hoffen auf Hinweise. Der Brandmittelspürhund der Kripo übrigens schlug vor Ort nicht an. Übersetzt heißt das: Ein Brandbeschleuniger dürfte nicht verwendet worden sein.

Das Büro der Regierung von Oberbayern ist nicht mehr benutzbar, kann aber auf dem Gelände am Starnberger Weg selbst ersetzt werden, wie ein Sprecher sagte. Die Asylbewerber hätten übrigens selbst den Wunsch geäußert, in dem Gebäude wohnen zu bleiben, was auch wirklich möglich sei. Jetzt müsse alles wieder hergerichtet werden, so der Sprecher.

Die Germeringer Asylunterkunft besteht seit vielen Jahren. Sie wurde in den 90-er Jahren eingerichtet. Für Aufsehen gesorgt hatte sie bisher allenfalls aufgrund asylbewerberfreundlicher Bemühungen, wie etwa Sommerfeste, Deutschkurse oder Proteste gegen verfehlte Regierungsvorgaben. Die Polizei nun betont: Es gibt im Moment keinen konkreten Hinweis auf ausländerfeindliche Motive. Auszuschließen freilich seien sie nicht.

Thomas Steinhardt

Hinweise auf den Täter

unter Telefon (0 81 41) 61 20.

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