Jetzt werden Warnschilder aufgestellt

Bissiger Biber fällt zwei Menschen an

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Warnschilder an der Würm: Das Starnberger Landratsamt hat gestern Hinweise auf den bissigen Biber aufstellen lassen. Leon Diaz kennt die Biber, er sieht sie öfter.

Stockdorf - Vor bissigen Bibern wird gewarnt: Das Landratsamt lässt an der Würm im Grubmühlerfeld zwischen Gauting und Stockdorf Warnschilder aufstellen, nachdem ein Biber dort zwei Menschen attackiert haben soll.

In der Würm im Grubmühlerfeld soll man nicht mehr baden, ja gar nicht ins Wasser gehen und auch seine Hunde anleinen und vom Fluss fernhalten. Grund ist der Biber, der nach bisherigem Stand zwei Menschen attackiert hat. Vorsorglich werden Warnschilder aufgestellt, erklärte Kreissprecherin Barbara Beck gestern nach einem Expertengespräch im Starnberger Landratsamt. Mit einem Opfer hat das Landratsamt inzwischen Kontakt. Möglicherweise hat der Biber instinktiv seine Bleibe verteidigt.

Drei Zentimeter lang, drei Zentimeter tief – das ist die Wunde, die ein 26-Jähriger Mitte voriger Woche beim Baden in der Würm im Grubmühlerfeld erlitten hat. Woher sie stammt, ist nicht 100-prozentig geklärt. Beck zufolge habe sich der Mann in der Würm südlich des Wehrs Grubmühl treiben lassen, bis er einige Baumstämme im Fluss entdeckte und ihnen ausweichen wollte. Urplötzlich sei neben ihm ein Biber aufgetaucht – danach hatte der Mann die Wunde. Sie kann von einem Biberbiss stammen, von einem Schlag mit dem Schwanz oder von einem Ast im Fluss. Der 26-Jährige war durch das Zusammentreffen mit dem Nager so überrascht, dass er das nicht mehr genau sagen kann.

Dem Landratsamt ist das genug: Die Untere Naturschutzbehörde werde sich mit den Betroffenen an der Würm umsehen und die Lage prüfen, kündigte Beck an. An der Würm in diesem Bereich gibt es seit langem Biber – ob es allerdings auch direkt an der Badestelle unweit des Wehrs einen Bau gibt, war zunächst nicht ganz klar. Biberberater Franz Wimmer konnte nach einem Ortstermin das jedoch bestätigen: Es gebe, sagte er auf Anfrage, im besagten Bereich einen Unterschlupf, der sowohl ein Fluchtausgang einer Burg sein könne oder eine Burg. „Das sieht man als Laie nicht“, erklärt Wimmer. Der Eingang solcher Biber-Bleiben liegt unter Wasser.

"Unglückliches Zusammentreffen"

Den Biber hat Wimmer ebenfalls ausgemacht, womöglich ist es ein erst im vorigen Jahr zugewandertes Tier von zwei bis drei Jahren. Die Lage des Unterschlupfs könnte das Verhalten des Bibers eventuell erklären. Zwar seien solche Fälle extrem selten, doch könnte der Biber sich zu so genannten Warnbissen genötigt gesehen haben, weil der Mensch ohne es zu wissen in seinem „Vorgarten“ war. „Biber sind keine aggressive Art“, betont Wimmer, „es ist ein eher unglückliches Zusammentreffen“. Das würde für beide Fälle gelten, denn auch beim ersten Angriff war der Betroffene am Ufer und teilweise im Wasser unterwegs. Wimmer bittet im Übrigen dringend darum, Biber nicht zu füttern – das soll es in Stockdorf nämlich geben.

Das Grubmühlerfeld bietet sich für ein Bad in der Würm an, wovon der Landkreis Starnberg aktuell aber abrät: „Wir wollen nicht, dass noch einmal etwas passiert“, betonte Beck. Spätestens heute sollen Warnschilder stehen. Biberberater werden den Würm-Abschnitt zudem auch nachts im Auge behalten – Biber sind schließlich nachtaktive tiere.

Leon Diaz, Fitnesstrainer im nahegelegenen LifePark, muss man das nicht sagen – er kennt den Biber. Er hat schon öfter einen gesichtet. Allerdings erst nachts ab 22.30 Uhr auf der Straße. Denn um diese Zeit schließt Diaz das an der Würm gelegene Studio zu. Einmal hätte sich der Nager auch unter seinem Auto versteckt „und mich angeknurrt“, erzählt Leon Diaz. „Aber in Panik geriet ich deshalb nicht.“ Beim Baden im Fluss hatten schon einige LifePark-Mitglieder einen Biber gesehen, „doch bis jetzt gab‘s noch nie einen Vorfall.“

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