Nach Steuerprozess

Die WaWi bleibt in der Familie Krätz

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Die Waldwirtschaft in Pullach im Isartal.

München - Endlich ist auch die letzte Entscheidung im Fall Krätz gefallen. Der Biergarten Waldwirtschaft (kurz: WaWi) bleibt damit in der Familie. Sepp Krätz musste im Gegenzug aber ein Versprechen abgeben.

Endlich! Nach drei Monaten ist nun auch die letzte Entscheidung im Fall Krätz gefallen. Das Landratsamt hat entschieden: Die Waldwirtschaft GmbH behält die Konzession – damit bleibt der bekannte Jazzbiergarten in Großhesselohe in der Familie. Allerdings musste Sepp Krätz dafür auch hier Zurückhaltung versprechen.

Die Familie Krätz: Sepp zieht sich zurück, Stefanie (re.) ist jetzt alleine an der Spitze (im Foto mit Schwester Julia).

Zur Erinnerung: Der Wirt war im März wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 1,1 Millionen Euro zu einem Jahr und zehn Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. OB Dieter Reiter (SPD) schmiss ihn prompt mit dem Hippodrom von der Wiesn – hier folgt Sigi Able mit dem Marstallzelt. Beim kleinen Hippodrom auf dem Frühlingsfest zog sich Sepp Krätz freiwillig zurück. Das Kreisverwaltungsreferat erlaubte aber, dass das Zelt in Familienhand bleibt: Sepps Frau Tina und seine Schwester Johanna Barsy übernahmen.

Vor fünf Wochen dann ein ähnliches Prozedere in Sachen Andechser am Dom: Dort wurde Sepp Krätz’ Klage gegen den Konzessionsentzug des KVR im Eilverfahren abgeschmettert. Krätz zog die Notbremse und übergab die Geschäftsführung an seine Tochter Stefanie (24). Aber: Der Vater darf das Lokal nicht mehr betreten!

Die Waldwirtschaft in Großhesselohe ist mit 1500 Plätzen im S-Bahn-Bereich und 300 Plätzen im bedienten Bereich einer der größten Biergärten in der Gegend

Die Entscheidung um das letzte ausstehende Gastroprojekt hatte das Landratsamt München zu fällen, da die Waldwirtschaft im Landkreis liegt. Dort ließ das Urteil so lange auf sich warten, dass Sepp Krätz offenbar aus den anderen Entscheidungen gelernt hatte und vorsorglich einschreiten konnte, bevor er womöglich auch hierfür die Konzession verloren hätte. „Die Anwälte von Herrn Krätz haben uns versichert, dass er keinen Einfluss auf das operative Geschäft ausüben wird“, erklärt Christine Spiegel vom Landratsamt der tz. „Daher gibt es für keinen Anlass mehr, über den Widerruf zu entscheiden. Die Konzession bleibt bei der Waldwirtschaft GmbH.“ Zu dieser GmbH gehören seit sechs Jahren der Geschäftsführer und Küchenchef Erhard Schneider, Sepp Krätz selbst und seine Tochter Stefanie. Im Klartext: Hier regieren in Zukunft alleine die Tochter und Erhard Schneider – die Wawi bleibt in Familienhand! Ein Betretungsverbot soll es nicht geben. Da ist Krätz also mit einem blauen Auge davongekommen.

Geschäftsführer Erhard Schneider bleibt an der Wawi-Spitze.

„Herr Krätz stand in der Waldwirtschaft in den vergangenen Jahren bereits im Hintergrund“, sagt Schneider. „Das heißt, für den Gast wird sich nichts ändern.“

Nina Bautz

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