Jetzt gibt's wieder das Mittags-Glaserl

Altenheim Aying: Rentner gewinnen Bier-Streit

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Ludwig Eisenkolb strahlt: Jetzt darf er wieder sein Bier im Ayinger Seniorenheim trinken.

Aying - Ein kurioser Bier-Streit hat ein Ayinger Seniorenheim wochenlang in Atem gehalten. Der Einrichtungsleiter hatte den Bewohnern ihr kostenloses Bier gestrichen. Doch jetzt gibt's wieder das Mittags-Glaserl.

Ludwig Eisenkolb (88) und seine Mitbewohner im AWO-Seniorenheim hatten kurzzeitig den Glauben an die Welt verloren. Sieben Jahre lang durfte die 16-köpfige Wohngruppe zum Mittagessen ein 0,2-Liter-Glas Bier trinken, auf Kosten des Hauses. Und plötzlich gab’s nur noch Antialkoholisches. Ein Saft zum Saftfleisch? „Niemals“, sagen Eisenkolb & Co.

Zunächst übten sich die Bewohner in stillem Protest. Eisenkolb goss sich seine Halbe nach dem Dessert auf dem Zimmer ein. Seine Nachbarin verließ den Speisesaal während des Essens immer wieder, um in ihrem Zimmer vom kühlen Gerstensaft zu nippen. Das Problem: Manche Bewohner können sich diesen Luxus nicht leisten. „Es wäre eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entstanden“, sagt die Vorsitzende der Bewohnervertretung, Angelika Frank. Zumal die Abstinenz noch dadurch erschwert wurde, dass der Speisesaal der Wohngruppe den Ausblick auf die Ayinger Brauerei bietet …

Bei der Zehn-Jahres-Feier der Einrichtung am vergangenen Wochenende dann der Kompromiss, berichtet der Münchner Merkur: Jeder Bewohner kriegt wieder ein Glaserl Bier, wenn er danach fragt. Zuvor hatte Ayings Bürgermeister Johann Eichler (FW) betont, dass Aying ein „Bierdorf“ sei. Der Direktor der Brauerei Aying, Helmut Erdmann, will dem Haus ab und zu ein Gratis-Tragl rübertragen.

zip

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