Kerkloh dringt auf dritte Startbahn

Bilanz Flughafen München: Gewinn von 100 Millionen Euro

München - Der Flughafen München stellte am Freitag seine Bilanz vor. Auch die dritte Startbahn war Thema. Außerdem hat der Flughafen den "Oscar der Luftfahrt" ergattert.

Er hat ihn endlich, den „Oscar der Luftfahrt“. Michael Kerkloh verkündete in der Bilanzpressekonferenz, dass der Flughafen München tags zuvor zum Five-Star-Airport ernannt worden ist. Dieses Qualitätssiegel durften bisher nur die asiatischen Superairports in Singapur, Seoul, Hong Kong und Tokio tragen, berichtete der Münchner Flughafenchef.

Seit Sommer 2013 habe sich sein Unternehmen verstärkt darum bemüht. In anderen Bereichen muss sich Kerkloh länger gedulden. Seit zehn Jahren befasse sich die Flughafen München GmbH (FMG) mit den Planungen zur dritten Startbahn, noch heuer müsse – „so oder so“ – eine Entscheidung fallen, sagte Kerkloh. „Wir haben seit 2011 Baurecht.“

Er befürchtet einen erneuten Planungsmarathon, „wenn wir erst 2020 beginnen“. Außerdem könne man es auch den Nachbarn im Flughafenumland nicht zumuten, ständig im Ungewissen zu leben. Der FMG-Manager wollte sich am Freitag nicht zu den Spekulationen der Gesellschaft über eine Umwandlung in eine Aktiengesellschaft äußern.

Er lieferte lieber die konkreten Zahlen aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Trotz der Ukraine-Krise, Streiks und Sparmaßnahmen der Lufthansa habe der Münchner Flughafen einen Gewinn von 100 Millionen Euro erwirtschaftet und einen Konzernumsatz in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro erzielt.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen liege bei 475 Millionen Euro, das seien rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Wie berichtet, verzeichnet der Flughafen mit 39,7 Millionen Passagieren einen neuen Passagierrekord. Für 2015 erwartet Kerkloh zudem ein weiteres Wachstum „deutlich über drei Prozent“.

Auch für die Zahl der Flugbewegungen, die 2014 noch um 1,4 Prozent rückläufig war, erwartet Kerkloh im laufenden Jahr die Wende, denn der Umbau der Airline-Flotten sei nun abgeschlossen. Zweistellige Wachstumsraten prognostizierte Kerkloh für das Frachtaufkommen, das bereits 2014 um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen war.

Bei seinen Gesellschaftern steckt die FMG weiterhin mit 492 Millionen Euro in der Kreide. „Es wäre eine Leichtigkeit für uns, dies sofort zu bezahlen“, sagte Kerklohs Manager-Kollege Thomas Weyer, aber weder der Bund noch der Freistaat und die Stadt München wollten das Geld momentan.

„Die kriegen bei uns mehr Zinsen, als wenn sie das Geld auf dem Kapitalmarkt anlegen würden“, ergänzte Kerkloh. 15 Millionen Euro überweise die FMG jährlich. Zudem kommen heuer noch 28,2 Millionen Euro Gewerbesteuer an die Flughafen-Nachbarn (Freising, Hallbergmoos, Marzling, Eitting und Oberding).

Rund 1,3 Milliarden Euro wird laut Weyer der Terminalsatellit insgesamt kosten, der noch heuer im Herbst fertig gestellt sein soll. Anfang kommenden Jahres werde der Betrieb mit Hunderten von Fluggastdarstellern geprobt. Die Inbetriebnahme soll noch in der ersten Jahreshälfte 2016 erfolgen.

pir

Rubriklistenbild: © dpa

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Schulbus auf Irrfahrt: Kinder in Panik
Schulbus auf Irrfahrt: Kinder in Panik
Starnbergerin erkrankt dreimal an Legionellen
Starnbergerin erkrankt dreimal an Legionellen

Kommentare