Ohne Begründung abgewiesen

BISS-Verkäufer darf nicht ins Merkel-Zelt

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Frank Schmidt ­durfte bei der CSU keine BISS-Ausgabe verkaufen

Dachau - Dieses Mal bei Frau Merkel: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen blitzte ein Verkäufer der Obdachlosenzeitung BISS bei einer Wahlkampfveranstaltung der CSU ab.

 Er wurde am Dienstag von einer Ordnerin am Festzelt in Dachau abgewiesen, als dort die Kanzlerin sprach. Schon Anfang Juli war ein BISS-Verkäufer bei einer Wahlkampfrede von Ministerpräsident Seehofer abgewiesen worden.

Die Volksfestsaison ist für Biss-Verkäufer wie Frank Schmidt (46) die Zeit, in der sie ihr Einkommen aufpolieren können. Der in Insolvenz gegangene ehemalige Spediteur hat mit Hilfe des Obdachlosen-Projekts Biss seinen Schuldenberg abbauen können und hat eine feste Wohnung, zahlt Steuern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch in Dachau

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Beim Dachauer Volksfest konnte er während der vergangenen beiden Wochen auch von Zelt zu Zelt gehen und seine Zeitungen verkaufen. Für den Wahlkampfauftritt Merkels wurde am Dienstag nochmal ein Zelt geöffnet. Schmidt freute sich auf 4000 potenzielle Käufer, als er gegen 18 Uhr Einlass begehrte: „Am Eingang gab es Taschenkontrollen vom Sicherheitsdienst und JUlern, überwacht von einer Dame in schwarzer Uniform.“ Die Frau habe ihn ohne Begründung abgewiesen.

Wieso Schmidt nicht in das Bierzelt gelassen wurde, ließ sich bei der CSU-Landesleitung nicht klären: Man sei erst aufgrund einer Pressemitteilung von BISS darauf aufmerksam geworden, heißt es dort. Man bedaure den Vorfall, „denn Verkäufer von BISS sind uns selbstverständlich auf unseren Veranstaltungen willkommen“.

Wieso der Kollege von Frank Schmidt in Fürstenfeldbruck ebenfalls abgewiesen worden war, konnte die CSU am Mittwoch auch nicht erklären.

Bei Wahlkampfveranstaltungen der SPD sind BISS-Verkäufer übrigens jederzeit willkommen.

Johannes Welte

 

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