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Bayerischer Landkreis wappnet sich für Blackout - Große Herausforderung für Banken

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Von: Tobias Gehre

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Aus Buchstabensteinen wurde das Wort Blackout gelegt
Blackout (Symbolbild) © IMAGO/Sascha Steinach

Energie ist knapp und teuer. Auch deshalb wächst bei vielen die Angst vor einem Blackout. Experten halten so ein Szenario für unwahrscheinlich. Der Landkreis Fürstenfeldbruck bereitet sich dennoch vor.

Fürstenfeldbruck – Wasser gilt als das wichtigste Lebensmittel. Fällt der Strom aus, bleibt der Hahn in der Regel trocken – denn auch die Pumpen benötigen Elektrizität. Die Menschen in Puchheim, Eichenau, Gröbenzell und Olching müssen dieses Szenario allerdings nicht mehr fürchten. Der Amperverband, der die Kommunen und ihre Bewohner mit frischem Nass beliefert, hat vorgesorgt.

Blackout: Notstromaggregat für Brunnen - THW kann Strom für Turnhallen liefern

Zwei Brunnen können mit einem Notstromaggregat das Wasser aus dem Boden und in den Hochbehälter am Parsberg pumpen. Von dort läuft das Wasser durch die Schwerkraft in die einzelnen Haushalte. „So können wir auch einen längeren Stromausfall überbrücken“, erklärt Friedrich Popp, beim Amperverband zuständig für Wasser und Netzinfrastruktur. Um die Aggregate mit Treibstoff zu versorgen, hat der Verband extra einen Tank angeschafft. Dieser kann auf ein Fahrzeug montiert werden und so neuen Sprit liefern.

Vorbereitet ist man auch beim Technischen Hilfswerk (THW). Das Hauptquartier in Fürstenfeldbruck kann mit Notstrom betrieben werden, erklärt Kreis-Chef Philipp Donath. Die freiwilligen Helfer sehen sich für verschiedene Szenarien gewappnet. So sei man etwa in der Lage eine zur Notunterkunft umfunktionierte Turnhalle mit Elektrizität zu versorgen.

Mehrere Hallen im Landkreis seien mit Vorrichtungen zur Einspeisung ausgestattet. Auch die Basisstationen für den Digitalfunk, den Behörden nutzen, könne man am Laufen halten. Angefordert werden kann das THW nur von Behörden oder Kommunen – nicht aber von Unternehmen. „Es gab schon Anfragen aus der Wirtschaft, ob wir im Fall eines Stromausfalls einspringen können“, sagt Donath.

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Nicht gebraucht wird das THW bei den Feuerwehren im Landkreis. Die können sich selbst mit Strom versorgen. Im Fall des Falles sollen die Gerätehäuser aber als so genannte Leuchttürme fungieren, erklärt Kreisbrandrat Christoph Gasteiger. Das bedeutet, von dort könnten über den Behördenfunk Krankenwagen oder Notärzte alarmiert werden.

Vorbereitungen für Blackout: Bargeldversorgung für Bürger eine große Herausforderung

Eine Herausforderung könne die Alarmierung von Feuerwehrleuten in Gemeinden sein, wo es nur eine Sirene gibt – die ohne Strom nicht laufen würde. Laut Gasteiger könnte dort das Feuerwehrhaus dauerhaft besetzt werden. Die Helfer müssten dann irgendwie ihre Kollegen informieren. „Da überprüft gerade jede Feuerwehr, was für sie die beste Möglichkeit ist“, so Gasteiger.

Ohnehin besetzt sind die Rettungsstationen im Landkreis, von wo die Krankenwagen starten. Doch auch dort läuft ohne Strom nichts. In den Stationen des Roten Kreuzes in Germering und Mammendorf ist man bereits vorbereitet. Dort stehen dank eines Notsystems Elektrizität und Heizung auch im Fall eines Blackouts zur Verfügung, erklärt BRK-Kreisgeschäftsführer Rainer Bertram. In Fürstenfeldbruck und Türkenfeld sei man auch bald so weit. Die stationierten Krankenwagen bräuchten jede Menge Strom – etwa um die vielen Geräte wie EKG oder Pumpen geladen zu halten.

Mit den Mitarbeitern gebe es Absprachen, wann sie in der Wache zu erscheinen haben. Denn telefonisch seien sie ja nicht mehr zu erreichen.

Eine weitere große Herausforderung im Falle eines Blackouts wird die Versorgung der Bevölkerung mit Bargeld sein. Geldautomaten sind dann nutzlos. Bei der Sparkasse Fürstenfeldbruck wird gerade ausgelotet, wie die Bürger an Geld kommen könnten. „Beim Eintreten des Black-Out wird der Versuch unternommen, an zentralen Standorten, soweit dies möglich ist, eine Notbargeldversorgung einzurichten“, teilt Sparkassen-Sprecher Dirk Hoogen mit. Man stehe dazu bereits mit dem Landratsamt in Verbindung.

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