Diskussion über Vorfall bei Hausham

User-Stimmen: BOB-Chaos "Gefahr für Mensch und Leben"

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Er brachte die Geschichte ins Rollen: Pendler Josef M. am Hauptbahnhof, rechts die BOB.

München - "Das darf nicht passieren" - unsere User diskutieren über das BOB-Chaos. Die Kommentare reichen von Fassungslosigkeit bis Galgenhumor. Auch ein Fahrgast des Pannenzugs berichtet. 

Selbst hartgesottene Pendler schafft die Bayerische Oberlandbahn immer noch zu überraschen: Am Montagabend blieb ein Zug auf freier Strecke zwischen Agatharied und Hausham im Landkreis Miesbach liegen. Der Motor war hin. Es ging nichts mehr. Der Lokführer kroch unter den Zug, wohl in der Hoffnung, den Schaden beheben zu können. Die Fahrgäste sind zu Fuß weitergegangen.

"Diese Zugausfälle sind eine Gefahr für Mensch und Leben", schreibt Userin Pauline. "Hinzu kommt, dass auch Berufstätige diese Bahn benutzen und hier auch deren Job in Gefahr sein kann." Und eine Besorgte Mutter hat Angst um ihre drei Kinder: "Wenn ich damit rechnen muss, dass die meine Kinder in der Landschaft aussetzen", schreibt sie, "kann ich nicht mehr guten Gewissens verantworten, sie mit der BOB zur Schule zu schicken."

Auch einer, der nach eigenen Angaben Fahrgast des Pannenzugs war, meldet sich unter Fahrleitung zu Wort: "Dass wir aussteigen dürften, habe ich als sehr angemessen empfunden. Wer weiß, wie lange wir noch in diesem stickigen Zug ausharren hätten müssen." Fahrleitung moniert weiter den Zustand der Zugmodelle vom Typ Talent: "Einer dieser Triebwagen kam am Montag in Miesbach nur mit einem funktionierenden Motor an", schreibt er. "Dann kam die Steigung, und die Anfahrt in Agatharied hat das Getriebe überfordert. Es war anscheinend bei der BOB nicht bekannt, dass ein Motor die Steigung nicht schafft. Das darf nicht passieren."

ThomasDieWespe nimmt das BOB-Chaos mit Galgenhumor: "Vielleicht wird ja demnächst Hartmut Mehdorn frei und könnte als Krisenmanager einspringen", witzelt er. Tom vermutet zum Abtauchen des Lokführers unter den Zug: "Der Schaffner hat nicht versucht, den Zug zu reparieren! Der Arme hat sich vor den wütenden Fahrgästen nur versteckt." Und Fahrgast rät: "Vielleicht hätten die Fahrgäste den Zug nach Hausham schieben können. Hat vor einigen Wochen beim Meridian funktioniert."

Dabei gab es nicht nur BOB-kritische Stimmen. Alex, der sich selbst als Lokführer zu erkennen gibt, nimmt das Zugpersonal in Schutz: "Ich musste bei einer Fahrzeugstörung auch schon unter den Zug. Lokführer sind ihr eigener ADAC, das hat mit Verzweiflung nichts zu tun." Und viele User sehen die Verantwortung nicht nur bei der BOB, sondern an höherer Stelle: "Das Streckennetz gibt die von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft aufgezwungene Taktverdichtung einfach nicht her", schreibt User pjp. Es bleibe keine Luft, um auch nur die geringsten Störungen auszugleichen. "Kann man sich ja auch leicht selber ausrechnen, dass das nicht gut geht."

Mobilitätsfreund bringt die Mängel auf den Punkt: "Es fehlt an der Infrastruktur, dem zweigleisigen Ausbau und an der Elektrifizierung." Dabei symbolisiere die Eisenbahn klassische Elektromobilität wie kein anderes Transportmittel. "Bedauerlicherweise ist dies bei der Politik unbekannt", schreibt Mobilitätsfreund. "Für Politiker gibt es nur Auto-Elektromobilität. Und dort steckt man gerne mehrere Milliarden Euro rein." Und der User schließt: "Die BOB ist nur ein Symptom für eine völlig gescheiterte Bahnreform und politischer Ahnungslosigkeit."

So diskutieren Leser bei der Facebook-Seite des Miesbacher Merkur:

Zusammengefasst von Klaus-Maria Mehr

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