Zu viele Ausflügler

Sonnenwetter und Gleisarbeiten: BOB warnt vor Chaos-Betrieb am Wochenende - und appelliert an Gäste

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Viel los vor einer BOB am Bahnhof Schliersee (Archivbild).

Bei der BOB kam es am vergangenen Wochenende zu einem Chaos. Weil auch am kommenden Wochenende schönes Wetter und eine Streckensperrung geben wird, appelliert die BOB nun an die Touristen.

Update vom 18. Oktober 2019: Auch am kommenden Wochenende soll es wieder goldenes Herbstwetter geben. Obwohl schon Ende Oktober könnte die 20-Grad-Marke mancherorts in Bayern noch einmal geknackt werden. Das lockt natürlich erneut viele Tagestouristen an den Schliersee und die Umgebung.

Da es bereits vergangene Woche zu Zugüberlastungen und Verzögerungen im Ablauf der BOB gegeben hatte, warnt diese nun frühzeitig vor möglichen Komplikationen.

Schönes Wetter am Schliersee: BOB richtet Zwischenzüge ein

So sind Besucher des Schliersees, die zur Anreise die BOB nutzen möchten, dazu aufgefordert, das Fahren zu Stoßzeiten zu vermeiden. Zudem bietet die BOB Zwischentaktzüge ab München, zusätzlich zum normalen Bahnverkehr an. Somit fahren zu den Standard-Zügen um 8:04 Uhr, 9:04 Uhr und 10:04 Uhr nun auch noch Züge um 8:24 Uhr, 9:24 Uhr und 10:24 Uhr. Auch am Nachmittag bzw. Abend wurde einige Extrazüge eingerichtet. Weitere Infos finden Fahrgäste unter www.meridian-bob-brb.de, im DB Navigator oder bei www.bayernfahrplan.de.

BOB-Strecke Bayerischzell: Bauarbeiten sorgen für Sperrung am Wochenende

Die Deutsche Bahn weist zudem auf Bauarbeiten hin, die zwischen 17. und 20. Oktober für weitere Änderungen im Zugbetrieb sorgt. In diesem Zeitraum ist die Strecke zwischen Miesbach und Bayerischzell gesperrt. Als Schienenersatzverkehr sind Busse im Einsatz.

Update vom 14. Oktober 2019: Zu volle Züge, zu wenige Züge – das Ausflugswetter am vergangenen Wochenende hat einmal mehr gezeigt, wie begrenzt die Möglichkeiten der Bayerischen Oberlandbahn sind. Pläne zum Ausbau nehmen nur langsam Fahrt auf. Auch BOB-Lokführer Thomas Hindelang, der für seine launigen Ansagen schon als „Eisenbahner mit Herz“ ausgezeichnet wurde, war am Sonntag auf der Strecke.

Er hat ein Herz – für die Passagiere. „Die Züge waren proppenvoll“, sagt Hindelang. Nach Auskunft der BOB waren „doppelt so viele Fahrgäste“ in den Zügen wie an einem normalen Wochenende. Nur mit drei Bussen konnte man dem Andrang auf der Schlierseer Strecke halbwegs Herr werden. Dass die BOB ausgebaut werden soll, sagt in der Region jeder. Aber konkrete Planungen sind unterschiedlich weit fortgeschritten.

Neue Züge für die BOB am Schliersee

Die BOB fährt derzeit mit 17 Zügen des Typs Integral sowie neun Zügen des Typs Talent, beide Zugtypen sind nicht miteinander kuppelbar. Das setzt dem Alltagsbetrieb enge Grenzen. Ab Mitte 2020 ist Besserung in Sicht. Dann wird die Zugflotte nach und nach ausgetauscht – die alten Züge werden durch den Zugtyp LINT 54 des Herstellers Alstom Conradia ersetzt. Insgesamt 31 Züge sind geordert – also fünf mehr als bisher.

Allerdings munkeln BOB-Bedienstete schon über die begrenzte Kapazität der neuen Züge. In der Tat: Der Integral hat 164 Sitz- und 200 Stehplätze. Der LINT ist aus technischen Gründen 20 Zentimeter schmäler als der Integral, was Abstriche bei der Kapazität bedeutet. Es gibt laut BOB 150 Sitzplätze sowie 163 Stehplätze – also insgesamt 50 Plätze weniger als im Integral.

Dafür gibt es sechs Züge mehr. Weil künftig nur ein Zugtyp im Einsatz ist, fällt das für die BOB typische Kuppeln und Flügeln leichter. Auch die neuen Züge sind Diesel-getrieben, umweltfreundlicher als bisher mit ADBlue-Technik. Die BOB ist selbst nicht ganz zufrieden. „Wir haben immer gesagt, dass das nur eine Zwischenlösung bis zur Elektrifizierung sein kann“, betont Sprecher Christopher Raabe.

Elektrifizierung der BOB am Schliersee

Die Elektrifizierung wird seit Langem gefordert. Im Juni ging es bei einem Termin mit Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) in Holzkirchen immerhin einen ersten Schritt voran. Der Freistaat billigte 3,4 Millionen Euro, damit mit der Planung begonnen werden kann. „Die DB arbeitet derzeit an der Festschreibung der sogenannten Betrieblichen Aufgabenstellung“, teilt das Verkehrsministerium mit. Das ist quasi ein Fahrplan für die Planer. So wird derzeit festgelegt, für welche Züge und welche Geschwindigkeiten die künftige Oberleitung ausgelegt werden muss.

Das dauert: Ursprünglich sollte die Ausschreibung der Planung Ende 2019 vorbereitet sein, jetzt heißt es Mitte 2020. Geld für das Aufstellen von Strommasten und das Ziehen von Fahrdraht ist auch noch nicht vorhanden. Hier ist der Bund gefordert. Man rechnet überschlägig mit einer Million Euro je Kilometer – bei 84 Kilometer nicht elektrifizierter Strecke also 84 bis maximal 100 Millionen Euro. Ein Enddatum für den Bau der Elektrifizierung wird noch nicht genannt – Ende des kommenden Jahrzehnts, heißt es.

Streckenausbau der BOB ab Holzkirchen

Ab Holzkirchen südwärts sind die BOB-Strecken nur eingleisig. Es gibt an einigen Bahnhöfen Überhol- und Ausweichgleise, allerdings nicht auf dem langem Stück zwischen Schliersee und Bayrischzell, dem „Hotspot“ vom Sonntag. Dort ist mangels Ausweichstelle auch kein Halbstunden-Takt möglich. Sinnvoll wäre ein Ausweichgleis in Fischbachau, geplant ist das nicht. Von und nach Bayrischzell fuhren am Sonntag daher insgesamt nur 37 Züge, nach Lenggries und Tegernsee waren es 45. Auch am Zweig Richtung Tegernsee wäre eine Ausweichstelle in Moosrain sinnvoll, sagt der Geschäftsführer der Tegernseebahn, Heino Seeger. „Doch das werde ich nicht mehr erleben.“

Dirk Walter

BOB/Schliersee: Züge heillos überlastet - Kaiserwetter am Schliersee und Tegernsee sorgt für Chaos

Erstmeldung vom 13. Oktober 2019:

München - Ob auf der Straße, auf der Schiene oder am Lift: Das spätsommerliche Wetter lockte gestern die Ausflügler massenweise in die Natur. Einmal mehr Chaos in den Bergen: Am Walchensee protestierten die Einheimischen gegen die Gästeschwemme.

Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) kam schon am Vormittag dem Passagier-Ansturm am Bahnhof Holzkirchen nicht mehr nach. Hier sorgte der Radio Charivari-Wandertag am Schliersee für zusätzlichen Andrang. „An die 100 Fahrgäste konnten wir nicht mehr mitnehmen, weil die Züge voll besetzt waren“, berichtet BOB-Sprecher Fabian Amini. Zur Verstärkung verkehrten Busse. 

BOB/Holzkirchen: Stau-Chaos in Miesbach

Doch die standen schnell im Stau: Zwischen dem Kreisverkehr in Miesbach und dem Südende des Schliersees gab es auf der B307 stundenlang nur zäh fließender Verkehr. Ähnlich sah es am Tegernsee sowie auf der B2 bei Oberau und in Garmisch-Partenkirchen aus, wo auch noch Baustellenampeln den Verkehr aufhalten. 

In Stegen am Ammersee oder am Wörthsee gab es Parkchaos, in Starnberg kam auch noch der Marktsonntag hinzu. Hochbetrieb herrschte auch an den Bergbahnen. 

Die Herzogstandbahn in Walchensee meldete noch am Nachmittag „lange Schlangen“. Bereits vormittags war der Parkplatz dicht. Auch an der Blombergbahn (Bad Tölz) reichten die Parkplätze nicht. „Bei uns ist ganz schön viel los“, berichtete Mitarbeiterin Julia Obermeier am Nachmittag. „Hunderte Gäste stehen an der Kasse.“ Ähnlich groß war der Andrang an der Wallbergbahn in Rottach-Egern, wo schon zu Betriebsbeginn die Menschen Schlange standen. 1300 Wanderer fuhren dort bis zum frühen Nachmittag auf den Berg. 

Die Einwohner der Gemeinde Walchensee sind auf die Blechlawine, die jedes Wochenende über sie her einbricht, nicht mehr gut zu sprechen: Sie demonstrierten gestern gegen zugeparkte Wege, überquellende Papiereimer und die Probleme, die die Notdurft der Gäste mit sich bringt. Ihr Motto: „Uns stinkt’s!“

Weil immer mehr Besucher Wege zuparken und ihre Notdurft verrichten, protestierten die Anwohner bei einer Demo in Walchensee.

Update vom 13. Oktober, 17.45 Uhr: Wie die BOB nun mitteilt, entspannt sich die Lage zunehmend. Die getroffenen Maßnahmen scheinen zu wirken. Unter anderem stehen SEV-Busse zur Verfügung.

Erstmeldung: Wegen zu vielen Ausflüglern an Schliersee und Tegernsee: BOB-Züge heillos überlastet

Schliersee - BOB-Chef Fabian Amini warnt aktuell: „Aufgrund des schönen Herbstwetters und des Radio Charivari Wandertags kommt es zu sehr hohem Reiseaufkommen. 

Obwohl alle verfügbaren Fahrzeuge der BOB im Einsatz sind und Zugleistungen so weit möglich verstärkt fahren, kommt es trotzdem seit heute Vormittag insbesondere Richtung Schliersee zu deutlichen Kapazitätsengpässen. 

BOB/Schliersee: Zu viele Ausflügler: Züge heillos überlastet

Die BOB hat Reisendenlenker im Einsatz und versucht zusätzliche Busse bereitzustellen. Aufgrund des starken Andrangs wird es sehr wahrscheinlich auch auf der Rückreise zu einem hohen Andrang insbesondere auf dem Schlierseer Ast kommen. 

Wir bitten alle Reisenden um Geduld und Gelassenheit bei der Rückreise, falls es doch zu Verzögerungen aufgrund von Engpässen bei der Rückreise kommen sollte.

mm

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