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„Passt nicht mehr in unsere Zeit“: Feuerwerksverbot bald im „Landschaftsschutz“ verankert?

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Von: Alexandra Korimorth

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Feuerwerk, Tegernsee
Für viele gehört ein Feuerwerk an Silvester einfach dazu. Die Grünen wollen erreichen, dass die private Böllerei endgültig verboten wird. © Archiv mm

Die Grünen wollen ein Feuerwerksverbot am Tegernsee durchsetzen. Nun wurde das Thema erneut diskutiert - man sieht die Sache kontrovers. 

Rottach-Egern – Erst Kreuth, jetzt Rottach-Egern (eine Auto-Stunde südlich von München am Tegernsee): In den dortigen Gemeinderäten wurden jeweils Anträge der Grünen diskutiert, ein Verbot von Feuerwerken zu unterstützen. Dass die Forderung gerade jetzt laut wird, liegt nicht etwa am bevorstehenden Jahreswechsel, sondern hat einen anderen Hintergrund: Das Landratsamt Miesbach ist gerade dabei, seine Landschaftsschutzgebiets-Verordnung zu überarbeiten. Darin soll es künftig die Möglichkeit geben, ein Verbot der Böllerei zu integrieren.

Diskussion um Silvester-Böller: Feuerwerke sind laut und verschmutzen die Umwelt

Anders als in Kreuth, wo man sich schnell einig war und für ein Feuerwerksverbot in den Landschaftsschutzgebieten „Tegernsee und Umgebung“ und „Weissachtal“ stimmte, diskutierte man am Rottacher Ratstisch kontrovers. In den Augen von Thomas Tomaschek (Grüne) wäre die Gelegenheit günstig, sich als Gemeinde gegen Feuerwerke aller Art zu positionieren. „Feuerwerke verschmutzen die Umwelt, sind laut und erschrecken Tiere, manche sogar zu Tode. Feuerwerke passen nicht mehr in unsere Zeit“, sagte Tomaschek. Seine Argumente wurden gestützt durch eine E-Mail von Johanna Ecker-Schotte vom Tierschutzverein Tegernseer Tal. Beide lehnen alle Arten von Feuerwerken ab – kleine, große, die an Silvester, bei Seefesten und zu privaten Feierlichkeiten.

Böllerverbot am Tegernsee: „Von ein paar Raketen und Krachern geht die Welt nicht unter“

Bürgermeister Christian Köck (CSU) indes machte deutlich, dass Feuerwerke zwar zuletzt coronabedingt abgenommen hätten, aber durchaus noch gefragt seien. Ein paar Kommunen wie Schliersee, Kreuth und Tegernsee hätten zwar Absichtserklärungen in Sachen Landschaftsschutzverordnung abgegeben, aber: „Wenn man ein paar Raketen, Böller oder Kracher schießt, geht die Welt nicht unter“, meinte Köck. Auf den Hütten im Landschaftsschutzgebiet Sutten seien Feuerwerke ohnehin schon untersagt und viele würden auch dem Appell der Tegernseer Tal Tourismus GmbH folgen und von sich aus auf die Knallerei verzichten.

Lebhafte Diskussion in Rottach-Egern zum Thema Feuerwerksverbot

Alexandra Kolmansberger-Walleitner (Blitz) befand: „Feuerwerk macht Dreck und Gestank. Aber wegen der Kinder, die bei jedem Feuerwerk glänzende Auge bekommen, können wir Feuerwerke nicht komplett verbieten.“ Und auch Hermann Ulbricht (FWG) urteilte, dass Lasershows keine Alternative zu Feuerwerken seien: „Zu den Seefesten sollten Feuerwerke erlaubt sein.“ Anton Maier (CSU) war hinsichtlich der weiterhin unklaren Rechtslage ungehalten: „Wir haben schon so oft besprochen, wie sehr sich Leute und Viecher von Feuerwerken gestört fühlen und haben schon vor sieben oder acht Jahren versucht, Einschränkungen zu erwirken“, monierte er. Während Fraktionskollegin Alexandra Wurmser appellierte: „Quer durch alle Fraktionen sind wir uns doch einig, private Feuerwerke zu verbieten. Jetzt haben wir die Chance dazu. Wir sollten das befürworten.“ Auch Vize-Bürgermeister Josef Lang (CSU) sprach sich für eine Empfehlung eines Feuerwerksverbots an die „Arbeitsgruppe Landschaftsschutz“ für das Gebiet „Tegernsee und Umgebung“ aus. Er wollte aber geregelt wissen, dass die Gemeinde über Ausnahmen selbst entscheiden darf.

Einstimmig wurde letztlich beschlossen, dass Rottach-Egern die Aufnahme eines Feuerwerksverbots für das Gebiet „Tegernsee und Umgebung“ beantragt. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

ak

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