Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

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Aufregung in Ottenhofen

Bach-Bombe war ein Flugzeugtank

Ottenhofen - Rund 40 Jahre hatte ein alter Tank in der Sempt Nähe des Ottenhofener Sportheimes geschlummert. Bis ein Fischer am Dienstag den Gegenstand in dem Gewässer entdeckte, eine Bombe vermutete und die Polizei verständigte.

Es war in der Gemeinderatssitzung am Dienstag Abend, als kurz nach Sitzungsbeginn die Feuerwehr alarmiert wurde. Sofort rückten die Ratsmitglieder und Floriansjünger Stefan Reischl, Josef Greckl und Georg Lippacher aus. Ein verdächtiger Gegenstand war in der Sempt in der Nähe des Sportheims gesichtet worden. Die Feuerwehren aus Ottenhofen und Niederneuching leuchteten das Gelände aus, die Wasserwacht Erding rückte mit zwei Wasserrettungsfahrzeugen samt Boot und insgesamt acht Personen an. Die Integrierte Leitstelle hatte einen verdächtigen Gegenstand gemeldet, der unbedingt begutachtet gehört, so Wasserwachts-Chef Siegfried Ippisch. Eventuell könne es eine Bombe sein. Nur sieben Zentimeter waren zu sehen, der restliche Körper ruhte im Morast. Ein Taucher vermaß den Gegenstand und stellte eine Länge von 2,40 Metern und eine Breite von zirka 40 Zentimetern fest. Da diese Proportionen sowohl auf einen Tank als auch auf eine Bombe hindeuteten, brach Einsatzleiter Ippisch die Aktion aus Sicherheitsgründen ab.

Bilder: "Falsche" Bombe geborgen

Am Mittwochmorgen ging es weiter. Kreisbrandmeister Christian Albert, Kreisbrandinspektor Martin Angermaier, die Polizeihauptkommissare Wilhelm Thiermann und Sebastian Baumann sowie Thomas Müller und Frank Zeitz vom Sprengkommando München sichteten die Lage. Experte Müller zweifelte, ob dies eine Bombe sei. Doch um Gewissheit zu haben, musste der Gegenstand geborgen werden. Das war aber nur mit schwerem Gerät möglich. Auf ein Gewicht von rund 500 bis 600 Kilogramm schätzte Angermaier den Wasserfund. So begann die Suche nach einem Kettenbagger mit einem Gewicht von mindestens 20 Tonnen. Die Firma Hiermann aus Isen sagte zu. Doch dann hieß es erst einmal warten, da der Bagger noch in St. Wolfgang im Einsatz war. Helga und Mäck Jeske von der Sportgaststätte Ottenhofen verwöhnten derweil die Einsatzkräfte mit dampfendem Kaffee. Mit einem Kettenbagger mit 23,7 Tonnen samt Tieflader rückten die Experten gegen 11.30 Uhr an. Schnell beförderte die Schaufel neben Dreck und Morast das Objekt zu Tage. Ein Blick genügte, und Müller stellte fest: „Das ist keine Bombe.“ Der völlig verrostete Gegenstand entpuppte sich als Zusatztank eines Mustangs. Im Zweiten Weltkrieg waren solche Flugzeuge als Jagdbomber eingesetzt worden.

Alt eingesessenen Ottenhofenern ist der Gegenstand aus dem Wasser schon lange bekannt. „Früher sind die Buben dort in der Sempt geschwommen. Das ist bestimmt schon 40 Jahre her. Dann wurde das Ding auch schon mal untersucht. Und da kam raus, dass das ein Tank von einer Mustang ist“, erzählte eine ältere Frau.

Zur Sicherheit untersuchten Müller und Zeitz auch den geborgenen Unrat auf Spuren. Doch auch hier gaben die Experten schnell Entwarnung. Die vermeintliche Bombe wird jetzt von den Ottenhofener Gemeindearbeitern entsorgt.

do

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