Die tz hörte sich um

Unterföhring-Bombe: Auch WM-Reporter betroffen

Unterföhring - Die Bombe in Unterföhring ist am Dienstag erfolgreich entschärft worden. Die tz hörte sich um - und erfuhr, dass sogar ein WM-Reporter im fernen Brasilien betroffen war.

Der kleine Brocken lag 1,50 Meter tief unter der Erde – und hatte es in sich: 125 Kilo Sprengstoff steckten in der US-amerikanischen Fliegerbombe, die am Dienstag an der Betastraße gefunden wurde. Das reicht, um in einem Gebiet von 500 Metern rundherum Schaden anzurichten. Deshalb gab’s am Dienstag Bombenalarm in Unterföhring.

Bauarbeiter hatten die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gegen 10 Uhr in dem Neubaugebiet gefunden. Die Polizei sperrte die umliegenden Straßen ab. Die Experten vor Ort stellten fest: Der Sprengkörper ist mit einem mechanischen Aufschlagzünder ausgestattet. Seine Entschärfung sollte laut Sprengkommando keine Probleme bereiten – und tat es auch nicht. Die Polizei richtete gleichwohl einen Sicherheitsradius von 500 ­Metern ein. Betroffen waren hauptsächlich Gewerbegebäude, aber auch Teile der Kreis­straße M3 und eine große Tankstelle.

Um 18 Uhr begann der Sprengmeister mit der Entschärfung, die um exakt 19.04 Uhr erfolgreich beendet war. Zuvor mussten dennoch mehrere Firmen geräumt werden, etwa die Allianz und die Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re. Auch die S8 fuhr nicht. Insgesamt waren etwa 6000 Menschen betroffen, 100 Polizisten und Feuerwehrler waren im Einsatz. Die tz hörte sich vor Ort um:

Handicap für WM-Reporter

Der Bombenalarm blockierte mich für kurze Zeit sogar mehr als 9000 Kilometer entfernt in Brasilien. Meine rund 30 Kollegen durften zunächst nicht ins Büro in Unterföhring – also mussten wir unsere Kommunikation umstellen und alles über Chats organisieren. Einige konnten auch tagsüber schon nicht mehr ins Gebäude, weil die Polizei alles absperrte. Und das ausgerechnet an so einem wichtigen Tag mit dem deutschen WM-Halbfinale. Aber es ging ja alles gut.

Andreas Lehner (30), WM-Reporter für das Internet-Portal Spox.com

Das war ein Schock

Ich war schockiert, als der Bombenfund bekanntgegeben wurde. So was passiert schließlich nicht alle Tage. Trotzdem war ich nicht beunruhigt. Wir wurden ja rechtzeitig über die Evakuierung informiert.

Florian Wiechert (22), Werkstudent aus München

Ich fühle mich sicher

Natürlich war ich sehr überrascht, als ich von dem Bombenfund gehört habe, aber ich habe mich nie gefährdet gefühlt. Die gute Informationslage trägt sicher dazu bei. Und alles lief reibungslos ab.

Verena Gaier (24), Praktikantin aus München

Rubriklistenbild: © Foertsch

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