Bombenalarm im Flieger: Passagiere erzählen

München - Terroralarm in einer Air-Berlin-Maschine am Münchner Flughafen: Der Flieger aus Namibia hatte wohl einen Sprengsatz an Bord. Passagier Wolgang H. erzählt:

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Gegen 1.30 Uhr landeten die 296 Passagiere aus dem namibischen Windhuk in München. Da war der Nervenkrimi mit siebenstündiger Verspätung zu Ende. Begonnen hatte er in Namibia: Dort waren die Passagiere bereits an Bord des Airbus von LTU/Air Berlin gegangen, als es in Windhuk beim Abflug hieß: Alle müssen mit Handgepäck wieder aussteigen. In einer Halle, in der zuvor auch das Gepäck der Air-Berlin-Passagiere lagerte, war ein Gepäckstück übriggeblieben. Terrorangst! 

Wolfgang H.

Beim Durchleuten war das verdächtige Stück aufgefallen. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) mitteilt, wurden darin "Batterien, die über Kabel mit einem Zünder und einer laufenden Uhr verbunden waren" entdeckt. Ob es sich um einen zündfähigen Sprengsatz handelt, kann das BKA erst nach kriminaltechnischen Untersuchungen sagen.

Doch davon weiß Air-Berlin-Passagier Wolfgang H. (60) aus Krefeld noch nichts, als er in der Maschine nach München sitzt. Überhaupt: Von der Terrorangst in Deutschland hat er im Urlaub nichts mitbekommen. Flug AB 7377 rollt bereits zur Startbahn, als der Flieger umkehren muss. Polizei und Feuerwehr nehmen die Fluggäste in Empfang. Das ganze Gepäck wird auf die Rollbahn gelegt. Jeder Fluggast musste sein Gepäckstück identifizieren und ein Sprengstoffspürhund suchte alles ab. Da der Hund nicht fündig wurde, wurde das ganze Flugzeug abgesucht. Erst dann durfte der Flieger den Heimflug nach München antreten.

Bombenalarm in Flieger nach München

"Wir wussten immer noch nicht, worum es ging", sagt Wolfgang H. Später erzählt ihnen der Pilot etwas von Wahlen in dem Land, von einem Sprengsatz kein Wort. Tatsächlich aber ist der Flug AB 7377 möglicherweise einem Anschlag entgangen. Doch auch in Deutschland ist man alarmiert: In München wurde das Gepäck nach der Landung noch einmal kontrolliert, die Fluggäste von der Bundespolizei befragt.

Der abgefangene Sprengsatz war möglicherweise nicht ausdrücklich für Deutschland bestimmt. Das Gepäckstück des Flughafens habe keinen Ziel-Aufkleber gehabt, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft Air Berlin am Donnerstag. Dem entgegnet Bundesinnenminister Thomas de Maiziere: Das Gepäckstück mit dem Sprengsatz war für München bestimmt, soll er am Rande der Innenministerkonferenz nach Medienangaben gesagt haben.

Unterdessen sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch (SPD), dass bei der aktuellen Terrordrohung vor allem deutsche Millionenstädte gefährdet seien. Die Sicherheitsbehörden hätten "konkrete Hinweise" auf Berlin, München und Hamburg, sagte Bruch im Südwestrundfunk (SWR) am Donnerstag.

Wolfgang H. jedenfalls ist nach der Reise ziemlich erschöpft: Die vergangenen 15 Stunden, sagt er, habe er nur eine kleine Schale Reis zu essen erhalten und auch bei den Getränken wurde gespart.

mm

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