Germeringer saß während der Tat im Auto

Boxer fängt Reifenstecher nach Verfolgungsjagd

Stefano Messina schlief in seinem Auto, als ein Betrunkener einen Reifen aufschlitzte. Sofort war er hellwach.

Fürstenfeldbruck – Es war sicher nicht der härteste Kampf des Schwergewichtsboxers Stefano Messina, aber wohl einer seiner spontansten. Und den Sieg, den er dabei errang, wird der 23-Jährige so schnell nicht vergessen.

Der Oberbayerische Vize-Meister von 2010 brachte einen Reifenstecher zur Strecke, obwohl dieser gegen jedes Fairplay mit miesen Tricks arbeitete.

„So einen Typen darf man doch nicht laufen lassen. Der hätte bestimmt auf seinem Trip noch mehr angestellt“, begründet Stefano sein Eingreifen. Den Mut dazu habe er aus seinem jahrelangen Boxtraining geschöpft. „Das hat mir das nötige Selbstbewusstsein bescherte.

Auch am Dienstagabend ist Stefano auf dem Weg zum Sporteln. In der Schule Nord ist ein Trainings-Camp seines Vereins BC Piccolo anberaumt. Nach Feierabend fährt der Germeringer von seiner Arbeitsstelle, einem Brucker Autohaus, gleich dorthin. Es ist noch eine halbe Stunde Zeit bis es los geht. Stefano bleibt so lange im Auto sitzen – und nickt ein. Cheftrainer Wolfgang Schwamberger und sein Kollegium parken ihre drei Wagen in der Nähe von Stefanos Wagen. Sie sehen den Boxer schlafen, wecken ihn aber nicht. Soll er sich ruhig noch etwas ausruhen. Sie müssen ohnehin erst die Halle vorbereiten.

Einer weiß von alledem nichts: Er läuft im Suff durch die Gegend und schlitzt mit seinem Klappmesser Autoreifen auf. Als Pkw Nummer vier sucht er sich ausgerechnet den Wagen des schlafenden Boxers aus. Das Zischen der ausströmenden Luft weckte den 23-Jährigen. Sofort ist ihm klar, was da los ist. Stefano springt aus dem Auto und stellte den Übeltäter zur Rede, will die Polizei holen. Doch da stößt er bei dem Reifenstecher auf taube Ohren. Er beschimpft ihn, steckt sein Messer in den Ärmel und rennt davon.

Der durchtrainierte Boxer holt ihn schnell ein und nimmt ihn in den Schwitzkasten. Da greift der Reifenstecher zu einer List: „Ich bin Asthmatiker“ jappst er. Stefano lässt sofort los, er will ja niemanden ersticken. Darauf hat der Reifenstecher gehofft. Er reißt sich los und rennt erneut davon - von Atemnot keine Spur mehr. Der Boxer saust wieder hinterher. Der 29-Jährige wirft eine Flasche nach ihm, verfehlt ihn. Stefano holt den Betrunkenen ein zweites Mal ein und hält ihn wieder fest. Diesmal hilft dem Reifenstecher keine Finte mehr. Der Boxer lässt erst locker, als die Polizei da ist.

Piccolo-Chef Manfred Kaltenhäuser ist froh dass seinem Schützling bei der Aktion nichts passiert ist. Stefano bereitet sich nach einer Verletzungspause auf sein Comeback vor. „Das findet vielleicht schon bei unserem Medaillen-Open Integrationsturnier am 24. November in der Jahnhalle statt“, so Kaltenhäuser. Er ist natürlich auch stolz auf Stefano. „Wichtig ist, dass er die Situation jederzeit überschauen konnte“.

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