Saumäßiges Glück im Schlachthof

Brachte Dieb die Beute zurück?

Fürstenfeldbruck - Reumütiger Dieb oder schlichtweg purer Zufall? Nachdem ein Unbekannter aus dem Brucker Schlachthof etwa 4150 Euro gestohlen hatte, war ein Großteil der Beute wenige Tage später plötzlich wieder da.

Die Polizei vermutet, dass das Geld nie verschwunden war. Das schließt Christian Albrecht, Vorsitzender der Subkultur, aus. Der Verein nutzt die Räume für Veranstaltungen. „Bei der mehrfachen gründlichen Durchsuchung aller Räume war das Geld nicht vorhanden“, sagt Albrecht.

Vor knapp einem Monat hatte ein Mitglied des Vereins Subkultur den Einbruch in das Schlachthofgebäude bemerkt. An dem Abend hätte eine Sitzung stattfinden sollen. Der Dieb hatte in eine der Türen ein Loch geschlagen oder getreten und sich anschließend hindurchgezwängt. Nachdem der Einbrecher eine Kasse geleert hatte, muss er versucht haben, die Bürotüre zu öffnen.

Als dies misslang, holte er sich von draußen einen der Betonklötze, mit denen der Bauzaun vor dem Gebäude befestigt war. So bewaffnet zertrümmerte der Täter die Bürotür. Als er das Kleingeld aus diesem Raum eingesteckt hatte, stieß er im oberen Geschoss auf einen kleinen Tresor.

 Diesen schleppte er nach unten, wo er so lange mit dem Betonklotz darauf einschlug, bis sich der Tresor öffnete. Daraus entwendete er rund 4000 Euro – den gleichen Betrag, der Tage später wieder im Schlachthof auftauchte. Für die Version der Polizei spricht, dass – zwar ein großer – doch lediglich nur ein Teil der Beute wieder auftauchte. Dass aber ein Mitglied das Geld aus Versehen nicht in den Tresor gelegt, sondern bei sich behalten haben könnte, scheint unlogisch. Dann hätte es sich bereits entschuldigen und die Ermittlungen erleichtern können. Auch einen Einbrecher aus den Reihen der Subkultur vermutet man nicht: „Dann hätte man nur die Tastenkombination eingeben müssen. Das wäre weitaus einfacher und unauffälliger gewesen.“

Abgesehen davon bestünde der Verein aus freiwilligen Mitarbeitern, die keinen Grund hätten, sich auf Kosten des Jugendtreffs zu bereichern. „Ich vertraue allen und denke nicht, dass jemand von uns so etwas tun würde.“

Die Polizei konnte aber zumindest die Zeit des Tathergangs eingrenzen: Um ungefähr 12 Uhr mittags war ein Getränkelieferant an dem noch unbeschädigten Gebäude. Um circa 17 Uhr hatte ein Schlachthof-Mitglied den Vandalismus entdeckt. Sollte es so sein, dass tatsächlich ein Dieb die rund 4000 Euro gestohlen und wieder zurückgebracht hat, so hat er zumindest die Türen bei seiner Rückkehr nicht erneut beschädigt. Das könnte bedeuten: Der Dieb ist ein großes Risiko eingegangen, wenn der Schlachthof offen und zu dieser Zeit mindestens eines der Mitglieder im Gebäude anwesend war.

Auch wenn das Geld wieder aufgetaucht ist, ermittelt die Polizei trotzdem noch gegen Unbekannt. „Die Straftat besteht ja immer noch“, sagt Michael Fischer, Sprecher der Brucker Polizei. Er kann sich nicht erklären, wieso der Einbrecher riskiert hat, entdeckt zu werden, als er das Geld zurückgebrachte. „Außerdem fehlen immer noch die Kleinbeträge. Wenn ihn wirklich die große Reue gepackt hätte, hätte er alles zurückbringen müssen.“ Nach dem Vorfall jedenfalls werden im Schlachthof keine großen Beträge mehr gebunkert, erklärt der Vorsitzende. Auch nicht, wenn wie in diesem Fall „aktuelle Rechnungen bezahlt“ werden mussten.

sbk

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