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Tobias tot im Echinger See gefunden - Polizei nennt Details

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Von: Klaus-Maria Mehr

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Unbekannte hatten die Grabkerze am Echinger See aufgestellt.
Eine Grabkerze und Blumen erinnerten am Mittwoch am Echinger See an Tobias D., dessen Leiche am Vorabend von einem Schwimmer entdeckt worden war. © Wilms

Um 18.45 Uhr herrschte am Dienstag traurige Gewissheit: Da stießen Badegäste im Echinger See auf die Leiche des verschollenen Brass-Wiesn-Besuchers.

Eching - Vier Tage lang hatten Hunderte von Freiwilligen, Polizeikräfte, eine Hundestaffel und sogar ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera nach Tobias gesucht. Am Dienstagabend dann entdeckte ihn ein Schwimmer in der Mitte des Echinger Sees an der Oberfläche treibend. Die Polizei vermutet, dass der 25-Jährige während der fieberhaften Suche am Grund des Sees lag und der Körper nach langer Liegezeit und den hohen Temperaturen aufgetrieben ist. „Wir konzentrierten uns bei der Suche massiv auf die Uferbereiche“, erklärte am Mittwoch Polizeisprecher Andreas Aichele, „in der Hoffnung, ihn dort lebend zu finden.“

Sprecher vermutet, dass die starke Uferbewaldung den Blick auf den Vermissten verhindert hat

Mehrmals überflog ein Hubschrauber den See – „und eigentlich lässt sich von oben auch tief in den See blicken“. Aichele vermutet, dass aber die starke Uferbewaldung den Blick auf den Vermissten verhindert hat. Entdeckt hat den Toten dann ein Schwimmer, dem zwei Frauen zu Hilfe kamen. Gemeinsam zog man den leblosen Körper ans Ufer. „Das war sehr couragiert“, sagt Aichele. Die Drei wurden anschließend vom BRK betreut. „Die waren schon sehr mitgenommen.“ Die Leiche des vermissten 25-Jährigen wurde am Mittwoch obduziert. Bei der ermittelnden Kriminalpolizei Erding haben sich auch nach der gerichtsmedizinischen Untersuchung keine Hinweise für ein mögliche Beteiligung Dritter an den Todesumständen gezeigt. Die Ermittlungen dauern an.

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Bürgermeister Thaler: Auflagen für Veranstalter so umfangreich wie noch nie

Echings Rathauschef Sebastian Thaler erfuhr von dem traurigen Ende der Suche in seinem Urlaub – und war ebenfalls schockiert: „Es gibt Dinge, die kann man wohl nicht verhindern.“ Dabei seien die Auflagen für die Brass Wiesn, die Thaler selber noch bis Sonntag besucht hat, heuer so hoch und umfangreich gewesen wie noch nie – „und nach dem jetzigen Stand kann ich sagen, dass sich der Veranstalter an alle Vorgaben gehalten hat“. Da habe es auch nichts geholfen, dass die Wasserwacht während des Festivals rund um die Uhr im Einsatz war. „Manche Sachen passieren einfach“, so der Bürgermeister. Dabei erinnerte er auch an die Fahrerflucht mit einem schwer verletzten Besucher, die sich bereits am Donnerstagabend ereignet hatte. „Und zwar ebenfalls außerhalb des Veranstaltungsgeländes“, fügte Thaler hinzu. Auch da habe man trotz zahlreicher Sicherheitsmaßnahmen nur begrenzt Einfluss gehabt.

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Eher nur eine Nebenrolle spielen angesichts solcher Ereignisse die Beschwerden –„sechs, sieben Mails“ –, die ihn hinsichtlich des Festival-Lärms von Anwohnern erreicht hätten. Dafür macht der Rathauschef in erster Linie die Zustände am Campingplatz verantwortlich („auf dem Festivalgelände wurden alle Auflagen erfüllt“). Sebastian Thaler kündigte aber an, diese Themen „in die Planungen künftiger Veranstaltungen dieser Größenordnung einfließen“ zu lassen.

hob/ba

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