Tod vor der Brauerei: Mitarbeiter trauern um Oskar L.

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Die Kollegen trauern um den verstorbenen Abfüller.

Fürstenfeldbruck - Der 48-jährige Oskar L. lotste einen Tanklastzug aus der Einfahrt einer Brauerei und kam dabei zu Tode - weil ein Autofahrer ihn übersah. Mitmenschen und Kollegen sind tief betroffen.

Für Oskar L. (48) war es Routine. Einen Tanklastzug aus der Einfahrt der König Ludwig Schloßbrauerei Kaltenberg in Fürstenfeldbruck zu lotsen, das hatte der Abfüller schon so oft getan. Am Montagnachmittag endete das Manöver in einem Drama. Oskar L. starb, weil ein Autofahrer in nicht gesehen hatte. Am Tag nach der Tragödie stellten die Kollegen am Eingang Kerzen und ein Bild des zweifachen Vaters aus Steinebach am Wörthsee auf, legten einen Strauß Blumen dazu. „So richtig fassen kann das noch keiner, wir stehen alle unter Schock“, sagte Geschäftsführer Klaus Dieter Nicola über den Tod des Abfüllers, der 19 Jahre in der Firma gearbeitet hat.

Als Oskar L. einen Lkw aus der Ausfahrt lotsen wollte, erfasste ihn ein Auto.

Der tödliche Unfall passierte am Montagnachmittag gegen 16.35 Uhr. Zu dieser Zeit wollte der Fahrer des Tanklastzuges rückwärts aus der Zufahrt zur Brauerei auf die Augsburger Straße ausfahren. Oskar L. wollte ihn bei der Ausfahrt dirigieren, er trug eine reflektierende Warnweste, wollte den Verkehr anhalten. Als der Brauerei-Mitarbeiter auf der Fahrbahn stand, näherte sich im Dämmerlicht ein Audi. Der Fahrer, ein 23-jähriger Brucker, übersah offensichtlich Oskar L. trotz Warnweste. Er wurde mit der Front erfasst und auf die Gegenfahrbahn geschleudert. Hier blieb Oskar L. lebensgefährlich verletzt liegen. Der Unfallfahrer parkte seinen Audi in unmittelbarer Nähe vor seiner Wohnung und kehrte dann zu Fuß an die Unfallstelle zurück. Er gab an, lediglich einen leichten Anstoß bemerkt zu haben.

Oskar L. wurde vom Notarzt ins Klinikum Großhadern eingeliefert. Hier starb der bei seinen Kollegen sehr beliebte Arbeiter. Tief betroffen sind auch die Menschen im Wohnort von Oskar L. Der Bürgermeister von Steinebach, Peter Flach, ist erschüttert. „Wir sind uns fast täglich begegnet - er war immer freundlich und hilfsbereit“, sagte er dem Starnberger Merkur. Oskar L. hatte als Hausmeister im Rathaus gearbeitet, er bewohnte hier mit seiner Familie eine Wohnung. Oskar L. hinterlässt seine Frau und zwei Buben (12 und 14 Jahre).

imu/jam

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