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Bergunglück in Oberbayern: Münchner stirbt bei Abstieg von Brecherspitze

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Von: Bettina Stuhlweißenburg

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Die Bergwacht Schliersee und der Rettungshubschrauber Christoph 1 waren unter anderem im Einsatz
Neben der Schlierseer Bergwacht war am Sonntagmittag auch der Rettungshubschrauber Christoph 1 im Einsatz. © Bergwacht Schliersee

Gleich zwei Mal hat die Bergwacht Schliersee am Wochenende zu schwierigen Einsätzen an der Brecherspitze ausrücken müssen.

München – Am späten Sonntagvormittag geriet ein Münchner, Jahrgang 1986, in Bergnot. Der junge Mann wollte über den Ostgrad zur Brecherspitze aufsteigen. Er hatte sich – allein aus München kommend – offenbar spontan einer Bergsteigergruppe angeschlossen. Als ihm die Route zu gefährlich wurde, drehte er um – und stürzte 30 Meter tief in steiles und felsiges Gelände.

Zwei Einsätze an der Brecherspitze: Bergwacht rettet jungen Münchner

Dabei zog er sich laut Lorenz Haberle, Sprecher der Schlierseer Bergwacht, keine äußerlichen Verletzungen zu. Er konnte auch selbst den Notruf absetzen. Der Rettungshubschrauber Christoph 1 aus München rückte aus, ebenso zwei Luftretter der Bergwacht Schliersee, die sich mit Steigeisen ausgerüstet zu dem Verunglückten abseilten. Sie bargen den Mann mithilfe eines Rettungsdreiecks und einer Seilwinde. Der Hubschrauber flog ihn schließlich nach Neuhaus, wo er dem Rettungsdienst zur genauen Abklärung der Verletzungen übergeben wurde.

Wie Haberle mitteilte, war der Mann nur unzureichend für diese alpine Tour ausgerüstet. Als die Retter bei ihm eintrafen, war er bereits stark unterkühlt.

Der zweistündige Einsatz war herausfordernd für die Retter. Unter anderem war es zum Zeitpunkt des Einsatzes um 11.40 Uhr sehr neblig, weshalb die Sicht schlecht war. Zu Fuß stiegen die Retter nach ihrem Einsatz zum Spitzing ab.

Für Münchner (61) kam jede Hilfe zu spät

Schon am Vortag ist die Bergwacht Schliersee im Einsatz gewesen: Doch für den 61-jährigen Bergsteiger aus München nahm die Tour auf die Brecherspitze am Samstag ein tragisches Ende. Wie Haberle mitteilte, war ein junges Paar auf dem Abstieg von der Route, die über den Nordgrad auf den Gipfel führt. Auf diesem Steig ist laut Haberle im Winter fast nichts los. Am Ankelsattel oberhalb der Ankelalm fand das Paar gegen 14 Uhr einen Mann bewusstlos auf dem Boden liegend. Laut Haberle hatte er keine äußerlichen Verletzungen.

Er war gut und für die Tour angemessen ausgerüstet. Die jungen Bergsteiger alarmierten sofort die Rettungskräfte. Sieben Bergretter aus Schliersee, ein Notarzt sowie ein Rettungshubschrauber eilten zum Unglücksort. Auch das Kriseninterventionsteam sowie die Polizei waren im Einsatz. Der Notarzt reanimierte den Mann, die Einsatzkräfte machten damit weiter – bis der Notarzt den Tod feststellte. Schließlich brachten sie den Toten zu Fuß zurück ins Tal. Während des Einsatzes hatten die Bergretter mit widrigen Wetterverhältnissen zu kämpfen, der Wind blies stark und kalt. Der beschwerliche Einsatz dauerte drei Stunden.

Todesursache unklar

Woran der Mann gestorben ist, darüber kann Haberle nur spekulieren: „Es gibt keine Zeugen und wir wissen nichts über den allgemeinen Gesundheitszustand und die Kondition des Mannes.“ Die Umstände deuten dem Anschein nach nicht auf einen Sturz hin. Möglicherweise hat sich der 61-Jährige überanstrengt.

Haberle geht davon aus, dass der Mann auf dem Abstieg war. Das lasse sich aus der Uhrzeit zum Zeitpunkt des Auffindens schließen. „Wäre er um 14 Uhr noch auf dem Aufstieg gewesen, wäre er sehr spät zurück ins Tal gekommen.“ Zudem sei dem Paar, das den Mann gefunden hatte, beim Aufstieg nichts aufgefallen.

Laut Haberle ist die Tour über den Nordgrad auf die Brecherspitze im Winter machbar, „wenn man dem Berg und dem Wetter entsprechend ausgerüstet ist und die Tageszeit und die eigene Kondition beachtet“. bst

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