Bombenalarm am Gymnasium Tutzing - Polizei durchsucht Gebäude

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"Er bremste kein einziges Mal"

Ein Mietbetrüger fuhr mich über den Haufen

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Eine Stelle, den er nie vergessen wird: Bernhard R. auf dem Straße, auf der er angefahren und schwer verletzt worden war. Der Autofahrer, der seine Miete schuldig blieb, steht derzeit vor Gericht.

Berg - Ein mehrfach wegen Mietschulden angeklagter Mann steht wieder vor Gericht. In Berg soll er den Bruder seines Vermieters angefahren haben. Vor einem halben Jahr hatte der Mann noch aus dem Starnberger Amtsgericht türmen wollen.

Der 28. Februar 2014 war ein schwarzer Tag für einen Berger – er hat das Leben von Bernhard R. (42) massiv verändert. Mehrfacher Schädelbruch, Kleinhirn-Infarkt, Krankenhaus, fünf Wochen Reha – weil er über den Haufen gefahren wurde. So erzählt es Bernhard R. Er sagt: Sein ehemaliger Nachbar Ernst F. (63, Name geändert), ein mehrfach angeklagter Mietbetrüger, hat ihn mit seinem silbernen Volvo vor dem Wohnhaus in Berg angefahren. Vorangegangen war monatelanger Ärger, weil F. Miete schuldig geblieben war. Jetzt wird der Fall vor Gericht in München verhandelt.

R. erinnert sich an jenen Morgen. Er hatte den Volvo des Nachbarn zugeparkt. Denn: R. und seine Frau haben gehört, dass die Gerichtsvollzieherin F.s Wagen pfänden werde. Sie wollen sicherstellen, dass F. nicht vorher wegfährt. Zum Hintergrund: Bernhard R. ist der Bruder von F.s Vermieter. Und, so sagt er: „Mein Nachbar schuldete meinem Bruder mehrere tausend Euro. Er hatte keinen einzigen Cent gezahlt.“

Der 28. Februar, gegen 7 Uhr morgens: Bernhard R.s Frau Barbara entdeckte durchs Fenster, wie F. versuchte, sein eng eingeparktes Auto auszurangieren. Sie rief ihren Mann, der rannte nach draußen und wollte den Nachbarn zur Rede stellen. Bernhard R.: „Es war ein Impuls.“ R. hastete zum Volvo und erinnert sich heute, dass er auf Höhe des vorderen Scheinwerfers neben dem Auto gestanden habe: „Plötzlich heulte der Motor auf, die Reifen quietschten.“ F.s Auto habe ihn erwischt: „Er bremste kein einziges Mal, gab einfach nur Vollgas.“ R. erinnert sich, dass sein Ellenbogen am Seitenspiegel hängenblieb, dass er sich drehte und stürzte. Eine Nachbarin, deren Fenster offen stand, hörte laute Geräusche – darunter einen dumpfen Schlag. Ist es R.s Kollision mit dem Auto? Oder sein Kopf, der auf dem Asphalt aufschlägt?

F., der in Untersuchungshaft sitzt, sagte gestern nichts zur Sache. Er hatte sich zuvor aber gegenüber Ermittlern geäußert. Demnach hat er zwar ein Geräusch gehört, habe aber gedacht, R. habe gegen das Auto geschlagen oder getreten. Dass der Nachbar verletzt wurde, will er nicht mitbekommen haben. Um eine Konfrontation zu vermeiden, sei er weggefahren.

Und R.? Der wünscht sich, jenen Tag aus seinem Leben löschen zu können. Die Verletzungen hatten ihm schwer zu schaffen gemacht. Zwischenzeitlich, sagt der Schreiner, „war ich praktisch ab dem Bauchnabel abwärts gelähmt“. Ex-Nachbar F. sitzt weiter vor Gericht, der Prozess geht nächste Woche weiter.

F. übrigens war der Angeklagte, der im Juli vorigen Jahres aus dem Starnberger Amtsgericht fliehen wollte, als er festgenommen werden sollte. Bei dem Verfahren war es auch um Mietforderungen gegangen, die Verhaftung erfolgte jedoch wegen des Verdachts des Betruges.  

md/ts/mm

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