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Gemeinde verschärft Sicherheitsauflagen - Jetzt fällt beliebtes Johannifeuer ganz aus

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Von: Harald Hettich

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Die Brunnthaler Burschen trauern um ihr beliebtes Johannifeuer. Die Auflagen waren heuer zu hoch.

Brunnthal – Das beliebte Johannifeuer des Brunnthaler Burschenvereins auf dem Festplatz muss in diesem Jahr ausfallen. Die Burschen haben die für den 28. Juni geplante Veranstaltung wegen der gemeindlichen Auflagen abgesagt. Im nächsten Jahr soll die traditionelle Feier wieder stattfinden – in verändertem Zuschnitt.

In den vergangenen Jahren hatten regelmäßig über 1000 Besucher aus Gemeinde und Region das große Feuer besucht, das mit Bewirtung, Blasmusik und Barbetrieb samt DJ-Sound auf das Gelände nördlich des Brunnthaler Ortskerns lockt.

Johannifeuer in Brunnthal abgesagt: Burschen und Gemeinde fanden lange keinen Konsens

Allerdings wurden angesichts einiger Negativvorfälle in den Vorjahren die Auflagen der Gemeinde auf Empfehlung auch der örtlichen Polizei verschärft. In mehreren Gesprächen hatten Gemeinde und Burschen nach einem Konsens gesucht. Heuer vergeblich. Künftig soll das Johannifeuer schon nachmittags beginnen und familienfreundlicher werden.

Für die Burschen ist der Ausfall heuer ein herber Rückschlag. Bereits früh im Jahr beginnen Baumfällungen Personalrekrutierung für Security, Gastro oder Blockhausbau. Regelmäßig helfen über 40 Mitglieder des Vereins mit.

Burschen sagen Johannifeuer in Brunnthal ab: Vorfälle der Vergangenheit nicht Schuld der Veranstalter

„Die absolute Mehrzahl der Leute ist absolut friedlich und nur in Feierlaune unterwegs“, sagt Burschen-Vorstand Albert Hauser. Lediglich mit kleinen Grüppchen, meist alkoholisiert und von außerhalb, habe es zuletzt Probleme gegeben. „Aber die von Polizei und Gemeinde beschriebenen Vorkommnisse mit Schlägereien waren außerhalb unserer Bannmeile, für die wir beim Johanni-Feuer verantwortlich sind“, sagt Vereins-Kassier Stefan Hofmann. Auch ein Feuer-Verletzungsopfer im Jahr 2017 sei nicht die Schuld des Vereins gewesen.

„Am Ende war das Fest heuer aufgrund der hohen Auflagen einfach nicht machbar“, sagt der 2. Burschen-Vorstand Florian Huber. Vor allem die hohen Kosten für Security, Einzäunung des Geländes und eine womöglich verkleinerte Bar und damit geringere Einnahmen hätten sich als hinderlich erwiesen. „Dazu ist es unmöglich, das Fest ausreichend vorzubereiten, wenn wir das Gelände heuer erst am frühen Nachmittag des Veranstaltungstages zur Verfügung haben“, so die Burschen-Vorstände. Grund: Eine Kinder-Fahrschule der Verkehrswacht auf Teilen des Geländes hätte das Areal heuer erst verspätet zugänglich gemacht.

2020 soll es Johannifeuer in Brunnthal wieder geben

Auch wenn das Johannifeuer dieses Jahr ausfällt, ist der Wille zur Fortsetzung bei allen Beteiligten erkennbar. Bereits in den Vorgesprächen hatten Gemeindevertreter unter Leitung des Zweiten Bürgermeisters Thomas Mayer Erleichterungen in Aussicht gestellt. So sollte die teure Security unter Auflagen von zunächst geplanten 18 auf 14 Einsatzkräfte reduziert werden. Zudem soll statt aufwendiger Einzäunung eine Siloplane das Gelände umgeben. Auch die Bannmeile zu verkleinern und die Geländeausleuchtung durch Flutlichter des TSV Brunnthal zu verbessern, war angedacht.

Für heuer kam die Verständigung zeitlich zu spät. „Wir könnten die Veranstaltung jetzt auf die Schnelle gar nicht mehr durchführen, weil uns die Zeit bis Ende Juni zu knapp ist“, sagt Hauser. „Schade“ findet den Ausfall auch Bürgermeister Mayer, selbst Mitglied im Burschenverein. Man habe alles versucht. „Das Johannifeuer ist ein stilvolles Fest“, befindet er. Allerdings müsse „Ziel“ sein, die Akzeptanz dafür in der örtlichen Bevölkerung wieder zu steigern und für externe jugendliche Gruppen zu senken. Die Burschen zeigen sich dafür kompromissbereit: „Für uns ist das Johannifeuer die wichtigste Veranstaltung im Jahr, die auch unser Vereinsleben und die Aktivitäten mit finanziert“, sagt Hauser. Auch bei den Brunnthalern sei es beliebt. Im kommenden Jahr müsse das Fest „unbedingt wieder stattfinden“.

Für Unmut sorgen derzeit die Maßnahmen vieler Gemeinden zum Thema Badesicherheit: Wie angekündigt, hat beispielsweise die Stadt Fürstenfeldbruck die beiden Badeinseln am Pucher Meer entfernen lassen. Viele Brucker sind unzufrieden. 

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