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„Brutal verdroschen“? Heftige Vorwürfe: Reiter wird beschuldigt, Pferd misshandelt zu haben

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Von: Max Wochinger

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Ein Reiter wird beschuldigt, sein Pferd auf dem Abreiteplatz vor Publikum misshandelt zu haben. (Symbolbild)
Ein Reiter wird beschuldigt, sein Pferd auf dem Abreiteplatz vor Publikum misshandelt zu haben. (Symbolbild) © Friso Gentsch

Der Vorwurf: Der Reiter soll das Pferd bei einem Turnier in Brunnthal geschlagen haben. Die Tierschutzorganisation PETA erstattet jetzt Anzeige.

Brunnthal – Was ist Ende Juni bei einem Dressurturnier im Reitsportzentrum Gut Riedhausen in Brunnthal passiert? Ein Reiter wird beschuldigt, sein Pferd auf dem Abreiteplatz vor Publikum misshandelt zu haben. Die Tierschutzorganisation PETA erstattet jetzt Strafanzeige, die Landeskommission des bayerischen Reitverbands versucht, die Wahrheit herauszufinden.

Der Reiter soll bei einer Dressurprüfung in Brunnthal, einem sogenannten Prix de Saint-Georges, das Pferd „vor Publikum brutal und vollkommen unnötig und vorsätzlich verdroschen“ haben. So habe es eine anonyme Quelle dem Pferdemagazin St. Georg mitgeteilt, berichtet das Magazin online. Auch PETA sei der Vorfall gemeldet worden, teilt die Tierschutzorganisation mit.

Brunnthal: Mit Reitgerte auf Kopf geschlagen?

Der beschuldigte Reiter soll zudem nach einer zweiten Reitgerte (biegsamer Stock) verlangt haben, mit der er das Pferd auf den Kopf geschlagen haben soll.

Die Landeskommission des Bayerischen Reit- und Fahrverbands hat inzwischen einen Disziplinarausschuss einberufen. Das bestätigt Thomas Schreder, Geschäftsführer des Verbands in München. „Es werden jetzt Informationen und Aussagen gesammelt, und Zeugen gehört“, sagt Schreder. Zu dem laufenden Verfahren will er nichts sagen. Laut seiner Aussage ist es der erste Vorfall dieser Art in Riedenhausen.

PETA hat schon vorab Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft München I erstattet. Das teilte die Organisation mit. Sie fordert, den Mann mit einem Reitverbot zu belegen. Eine Strafanzeige war aus Sicht der Tierschützer nötig, „weil es sich bei der sogenannten Landeskommission um eine rein interne Institution der Reiterbranche und keine offiziell öffentlich-rechtliche Einrichtung handelt“.

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Prügel-Vorwurf im Reitsport: Verhalten „definitiv nicht üblich“

Der Leiter des besagten Turniers, Ulrich Rasch, will sich nicht zu dem Vorfall äußern. Nur so viel: Das Verhalten des Reiters sei „definitiv nicht üblich“ gewesen. Der Reiter sei nicht aus Brunnthal, so Rasch.

Ein weiterer Vorwurf nach dem Turnier: Bei der vermuteten Misshandlung soll ein Richter am Vorbereitungsplatz dabei gewesen und nicht gegen die Misshandlung eingeschritten sein.

Richter verantwortlich für Aufsicht

Zur Erklärung: An den Abreit- und Vorbereitungsplätzen muss immer ein Richter zur Aufsicht stehen. Sollte der Reiter ein Pferd schlagen oder unsportlich behandeln, muss er den Reiter mahnen oder sogar von der Prüfung ausschließen. Nur, man kennt sich in der Szene und manch ein Richter lässt sich wegen der Verdienstmöglichkeit gerne zu Turnieren einladen. Ist er allzu kritisch, kann es sein, dass er vom Veranstalter nicht mehr eingeladen wird – und auch neben dem Abreitplatz unerwünscht ist.

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