Schläger vor dem Langericht

Brutaler Räuber will Bier

Unterhaching - Weil er zwei Bier wollte und dabei seinen Freunden imponieren, hat ein 23-Jähriger sich im März 2012 dermaßen aggressiv aufgeführt, dass er damit seine Zukunft aufs Spiel setzte.

Gestern musste er sich wegen Raubes und schwerer Körperverletzung vor dem Landgericht München II verantworten. Schwere Straftaten, für die man auch bis zu zehn Jahre ins Gefängnis kommen kann. Aber obwohl das der Vorsitzende Richter gestern am Landgericht München betonte, ließ der Angeklagte die ihm gebotenen Chancen ungenutzt.

Zunächst sah es so aus, als würde ein Handel zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung gelingen. „Wenn Sie jetzt und hier ein Gesamtgeständis ableisten, dann sichert Ihnen das Gericht zu, dass Sie keine Strafe über zwei Jahren und acht Monaten bekommen“, erklärte der Vorsitzende Richter dem jungen Mann. Doch der nahm die Sache offenbar nicht ernst genug.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dass er einen im März 2012 16-jährigen Unterhachinger mehrmals mit einer Flasche Bier ins Gesicht geschlagen hat, um von ihm wiederum ein paar Flaschen Bier zu bekommen. Der Jugendliche hatte die Bierflaschen in einer Tüte dabeigehabt, um sie mit Freunden im Landschaftspark zu trinken. Als er an dem 23-Jährigen vorbeiwollte, kam es zu der tätlichen Auseinandersetzung, bei der der Jugendliche Kopfschmerzen und eine blutende Lippe davontrug.

Später dann ging die Auseinandersetzung in und vor einem nahegelegenen Lokal weiter: Ein damals 17-jähriger Freund des Jugendlichen stellte den Angeklagten zur Rede und erntete Schläge. Sogar mit einem Bierglas soll der 23-Jährige versucht haben, zuzuschlagen. Als der 17-Jährige am Boden lag, trat der 23-Jährige ihm mit dem Fuß ins Gesicht. „Stimmt das?“, fragte der Richter - und schüttelte den Kopf, als der Angeklagte bejahte: „Warum tritt man auf jemanden, der am Boden liegt?“

Nicht eingeräumt hat der 23-Jährige jedoch den Bierflaschenraub im Park - obwohl er immer wieder sagte, er gebe alles zu. Doch immer wenn ihn das Gericht konkret fragte, wurde der Angeklagte einsilbig und ausweichend. Er habe „eigentlich“ nicht mit der Flasche zugeschlagen, weil er „nicht wirklich“ eine Flasche in der Hand gehabt habe. „Ich werde aus Ihnen nicht schlau, und das ist schlecht“, sagte der Vorsitzende Richter und ließ den Deal platzen. In der Zeugenvernehmung sagte der im Park angegriffene Jugendliche aus, er sei fünf Mal mit der Bierflasche geschlagen worden. Der Prozess wird fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © dpa

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