Brutalo-Räuber kletterten über diese Gartentür

+
Der Tatort in einem beschaulichen Wohngebiet: ein Doppelhaus in Oberschleißheim.

München - Das Martyrium von Valerie B. lähmt noch immer ganz Oberschleißheim. Die Frau war von Einbrechern in ihrer eigenen Wohnung gefesselt und drangsaliert worden. Ihr Freund erzählt in der tz von der Tat.

Zwei dunkle Gestalten brechen am helllichten Tag in ein Haus ein, reißen das Telefon aus der Wand, fesseln die Bewohnerin an Händen und Füßen mit Kabelbindern. In Panik muss sie mitansehen, wie die Ganoven die Schränke plündern, Handy und Familienschmuck einsacken.

Wir erzählen Ihnen hier keinen Großstadt-Krimi, der in der New Yorker Bronx, in Mexiko-Stadt oder irgendeinem anderen gesetzesfernen Winkel der Welt spielt. Dieser Raubüberfall geschah mitten in einem idyllischen Wohngebiet von Oberschleißheim. Das Opfer, eine 26-jährige Frau, wird noch lange brauchen, um dieses Trauma zu überwinden. In der tz schildert ihr Lebensgefährte, was genau passiert ist. Die Details des Horror-Einbruchs: Es ist Samstag, 12 Uhr, die Sonne strahlt über Schleißheim. Peter (29; Name geändert) will einen Bekannten besuchen, steigt in sein Auto. Beim Losfahren fallen ihm zwei Männer auf, sie hetzen die Straße entlang: „Ich habe mich noch gewundert, dass die beiden ausgerechnet in der Mittagshitze joggen.“

Kurz darauf stellen die Ganoven ihre sportlichen Qualitäten auf andere Art unter Beweis: Sie klettern blitzschnell über das zwei Meter hohe Gartentürl des Hauses in der Julius-Kugler-Straße, hebeln die Terrassentür auf. Peters Freundin Valerie (26) hört Geräusche. Sie glaubt, ihr Freund sei schon wieder daheim. Stattdessen stehen die Einbrecher vor ihr. Sie muss sich auf den Boden legen, wird gefesselt. Irgendwann schreit Valerie um Hilfe, sie kann ihre Hände aus den Plastikschlingen ziehen. Da nehmen die Männer Reißaus. Passanten wählen den Notruf. Noch bevor die Polizei eintrifft, kehrt Peter nach Hause zurück, findet seine weinende Freundin: „Sie ist mit den Nerven am Ende, leidet bis heute. Auch ich habe seit dem Überfall ein mulmiges Gefühl. Nachts stehen wir beim kleinsten Geräusch senkrecht im Bett.“

Besonders tragisch: Valerie ist erst vor kurzem zu ihrem Freund gezogen. Peter: „Ich habe gehofft, dass sie sich schnell zu Hause fühlen würde.“ Und dann das …

Der Überfall geschah bereits am 28. April, das Einbrecher-Duo ist bislang nicht geschnappt. Gegenüber Peter und Valerie äußerte die Polizei den Verdacht, dass die Ganoven einer organisierten Bande angehören könnten. Aber erst am vergangenen Montag – neun Tage nach der Tat – informierte das zuständige Polizeipräsidium München die Öffentlichkeit. Zum Ärger vieler Schleißheimer. Der Tenor ist eindeutig: „Wenn in unserem Ort schon etwas so Schlimmes passiert, dann sollten wir doch wenigstens darüber Bescheid wissen.“

Andreas Beez

Auch interessant

Meistgelesen

Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik
Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik
Flugzeugteil kracht auf Feld - wie konnte das passieren?
Flugzeugteil kracht auf Feld - wie konnte das passieren?
Kein Mord! So reagiert Opfer-Mutter auf Urteil nach Kreissägen-Attacke
Kein Mord! So reagiert Opfer-Mutter auf Urteil nach Kreissägen-Attacke

Kommentare