Feuerwehr hat tierischen Helfer

Bub (11 Monate) im Auto eingesperrt: Einsatz für "Grisu"

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Ablenkungsmanöver: Daniela Ergang spielt mit „Grisu“ vor der Windschutzscheibe.

Markt Schwaben – Einsatz für Feuerwehrdrache "Grisu": Die Feuerwehr Markt Schwaben hat einen elf Monate alten Buben aus einem Auto befreit, der dank der Puppe ganz ruhig blieb.

Türe zugesperrt, Kleinkind im Auto, der Schlüssel ebenfalls. Neben dem VW-Bus steht die verzweifelte Mutter. Das war die Situation, vor der die alarmierten Einsatzkräfte der Feuerwehr Markt Schwaben am Freitagmittag im Dr.-Hartlaub-Ring gestanden waren. Der elf Monate alte Bub sitzt vorne im Kindersitz, während draußen immer mehr Erwachsene zusammenkommen. Mitten drin im Trubel: Feuerwehrfrau Daniela Ergang (28) und „Grisu“, der aus Zeichentrickfilmen und Kinderbüchern bekannte Drache, der unbedingt Feuerwehrmann werden will. Um den Buben abzulenken, spielt die gelernte Kindergärtnerin mit „Grisu“ vor der Windschutzscheibe. „Der Bub war ganz brav und fasziniert von der Puppe“, erzählt Kommandant Peter Wierer hinterher. Vom Trubel rundherum hat der knapp Einjährige gar nichts mitbekommen.

Immer an Bord: „Grisu“ mit Daniela Ergang.

Während „Grisu“ dem Buben zuwinkte, den Kopf hin und her wiegte und Daniela Ergang dazu Späße machte, versuchten die Feuerwehrleute, die Tür zu öffnen. „Auf der Fahrt zum Einsatzort nahmen wir zur Unterstützung gleich einen Kfz-Meister mit“, berichtet Peter Wierer. Johann Fürmetz hatte nicht lange gefackelt und war ins Feuerwehrauto eingestiegen, um Tipps zu geben. Mit Hilfe eines Drahtes gelang es den Einsatzkräften, den Türknopf nach oben zu bekommen. „Zum Glück, so mussten wir nicht die Scheibe einschlagen“, sagt der Kommandant.

Nach Lage der Dinge hatte die Mutter beim Aussteigen den Türknopf des alten VW-Modells nach unten gedrückt. Gleich danach bemerkte sie, dass der Schlüssel noch im Wagen lag, und verständigte die Rettungsleitstelle. Kurze Zeit später kam die Markt Schwabener Feuerwehr mit ihrem „Grisu“. „Für Fälle wie diese haben wir in jedem Einsatzfahrzeug eine solche Drachenpuppe an Bord“, erzählt Kommandant Peter Wierer.

Etwa eine halbe Stunde dauerten Rettungseinsatz und Puppenspiel. Dann war die Tür wieder offen, die Mutter sichtlich erleichtert und das Schauspiel zu Ende. Der elf Monate alte Bub konnte wohlbehalten befreit werden – die Drachenpuppe durfte er als Geschenk mit nach Hause nehmen. „Wir haben eine ganze Kiste voll mit Grisus“, berichtet Wierer.

Armin Rösl

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