Totales Bahn-Chaos am Montagmorgen: DB ärgert sich über etwas, was auch die Kunden nervte

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Einzelhandel in Starnberg

Jetzt ist klar, wer in die bisherige Rossmann-Filiale zieht

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Die Buch-Kette Rupprecht, hier Bruno Jonas bei einer Lesung in der Filiale in Wolfratshausen, eröffnet in Starnberg ein Geschäft.

Der Starnberger Buchmarkt kommt gewaltig in Bewegung: Während die Handelskette Rupprecht an der Maximilianstraße eine neue Filiale eröffnet, stehen wenige Meter entfernt in der Buchhandlung Greiner entscheidende Veränderungen bevor.

Starnberg – Spruchreif ist noch nichts. Aber: „Zum Frühsommer hin wird sich bei uns etwas tun“, sagt Andrea Molliné-Greiner (62). Zusammen mit ihrem Mann Wolfram betreibt sie die Buchhandlung Greiner an der Ecke Maximilianstraße/Ludwigstraße. Ihr Mann sei Anfang des Jahres 75 geworden, sagt sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Offenbar genau der richtige Zeitpunkt, den gemeinsamen Lebensabend zu genießen.

„Wir sind mit einem sehr potenten und sehr angenehmen Interessenten im Gespräch“, sagt Molliné-Greiner. Namen nennt sie natürlich nicht, aber es dürfte sich um einen potenziellen Käufer handeln, der die Liebe der Greiners zu Büchern teilt.

Seit rund einem halben Jahrhundert gibt es an der Stelle eine Buchhandlung, vor 27 Jahren hat Wolfram Greiner das Geschäft übernommen. Seitdem legen die Greiners Wert auf ein „literarisch gehobenes Sortiment“, sie sind stolz auf ihre umfangreiche Auswahl an Kinderbüchern. Auch für die Kunstpostkarten interessieren sich die Kunden.

„Ich fände es schön, wenn wir einen guten Nachfolger finden“, sagt Andrea Molliné-Greiner und denkt dabei auch an ihre „wunderbaren Kunden“. Die beiden Töchter haben beruflich bereits andere Wege eingeschlagen, sind als Anwältin sowie als Inhaberin einer Firma im Bereich Sportmodedesign erfolgreich.

Neue Filiale im jetzigen Rossmann

Keine Option an dem Standort ist die Buchhandelskette Rupprecht mit Sitz im oberpfälzischen Vohenstrauß. Die setzt nämlich ganz andere Pläne in Starnberg um: Rupprecht wird im September eine Filiale im bisherigen Rossmann-Drogeriemarkt an der Maximilianstraße beziehen. Wo bislang also Parfum und Hygieneartikel verkauft werden, gibt es künftig Romane und Sachbücher. Das teilt das Unternehmen bereits auf seiner firmeneigenen Internetseite mit.

Die von Maria und Johannes Rupprecht geführte Handelskette hat in den vergangenen 20 Jahren eine beachtliche Expansion hingelegt und verfügt mittlerweile über 40 Filialen, 37 davon in Bayern und drei in Baden-Württemberg. Rupprecht ist unter anderem bereits in Bad Tölz, Wolfratshausen und Murnau vertreten. Zum Konzept der Kette gehören zahlreiche Autorenlesungen an den verschiedenen Standorten. Es habe Gespräche mit Rupprecht gegeben, bestätigt Andrea Molliné-Greiner. Allerdings hätten diese zu keinem Ergebnis geführt.

Nun also das bisherige Drogeriegeschäft an der Maximilianstraße 6, das über etwa 300 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügt und Rossmann zu klein wird. „Mittlerweile benötigen wir rund 700 Quadratmeter, um unser gesamtes Sortiment entsprechend präsentieren zu können“, hatte ein Unternehmenssprecher im Februar gegenüber dem Starnberger Merkur erklärt. Im Mai wird Rossmann dort den Betrieb einstellen. Starnberg aufgeben will der Drogerie-Riese aber nicht. Seit geraumer Zeit wird gemunkelt, dass er in einen Neubau an der Weilheimer Straße zieht – allerdings nicht vor 2020.

Besitzer der Bücherjolle gelassen

Bislang nicht betroffen von den Änderungen auf dem Buchmarkt ist der zweite ortsansässige Händler, Wolfgang Bartelmann (71) von der Bücherjolle am Kirchplatz. Er sieht dem Zuzug von Rupprecht bislang gelassen entgegen. „Er hat das Kulturgut Buch und die Jugendförderung nicht so im Blick, sondern eher die aktuellen und populären Bestseller“, sagt Bartelmann und setzt weiter auf sorgfältige Beratung – „gerne auch bei einem Cappuccino oder einem Wein“. Dazu bietet er mit seinem Schulbuchgeschäft oder auch der Seniorenbetreuung zusammen mit dem Rummelsberger Stift individuelle Partnerschaften an. Auch eine Reihe eigener Veranstaltungen organisiert der Chef der Bücherjolle, der sich für den Kirchplatz von der Stadt „mehr Begrünung, mehr Platz zur Erholung und einen vergrößerten Samstagsmarkt“ wünscht.

Ob sich drei klassische Buchläden auf wenigen Metern in der Innenstadt auf Dauer rechnen, zumal es mit dem Geschäft im Bahnhof See noch eine vierte Anlaufstelle für Leseratten gibt? „Vielleicht sind drei einer zu viel“, sinniert Wolfgang Bartelmann. Vielleicht kann aber jedes Geschäft mit seinem Angebot und seinem Service aber auch seine Kundschaft gewinnen und behalten.

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