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Flug-Chaos in München: Lufthansa-Maschine fliegt ohne Koffer und Handgepäck - „Nur noch kurios“

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Von: Julian Limmer

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Ein Lufthansa-Flugzeug aus München ist ohne Koffer nach Budapest geflogen. Die Passagiere mussten zuvor sogar ihr Handgepäck abgeben.

München – Stefan Kastel (56) ist schon oft geflogen, aber so ein Chaos hat er noch nie erlebt. Als der Münchner Anwalt vergangen Freitag mit einer Lufthansa-Maschine nach Budapest reisen wollte, verzögerte sich erst das Boarding um rund eine Stunde. Und als der Flieger schließlich mit Verspätung in Ungarn landete, erlebten Kastel und seine Mitreisenden eine böse Überraschung: Über eine Stunde lang warteten sie am Gepäckband – vergeblich. Kein einziger Koffer kam! Der Gepäckraum des Fliegers war leer, alles war in München liegengeblieben.

Flug-Chaos in München: Lufthansa-Maschine fliegt ohne Koffer und Handgepäck

„Zuerst war ich ungeduldig, dann hat es mich geärgert, irgendwann fand ich es nur noch kurios“, sagt Kastel. Die Stimmung unter den Passagieren sei angespannt gewesen, einige hätten laut durch die Gegend gerufen. Denn: Hinzugekommen war auch noch, dass die Fluggesellschaft die Passagiere vor Abflug aufgefordert habe, auch das Handgepäck am Schalter aufzugeben.

Der Grund: Der Flug war ausgebucht, der Stauraum in der Kabine knapp. Das habe dazu geführt, so Kastel, dass in Budapest viele Leute komplett ohne Gepäckstück dastanden. Kein Koffer, keine Tasche, kein Rucksack, nichts. Wie kann so etwas passieren?

Flughafen München: Belade-Firma durch „massive Verschiebungen“ überfordert

Am Flughafen München war am Freitag ohnehin Chaos: Es kam zu Absagen, langen Warteschlangen und teils erheblichen Verspätungen (tz berichtete). Das betraf auch den Flug von Stefan Kastel: Der Münchner Flughafen teilt auf Anfrage mit, dass es den Mitarbeitern der Belade-Firma deshalb nicht gelungen sei, die Koffer in der „gewünschten Zeit“ einzuladen. Grund: Das Personal war durch „massive Verschiebungen“ noch durch die Abfertigung anderer Flieger gebunden – die Koffer blieben also liegen!

Eine Sprecherin der Lufthansa weist darüber hinaus auf die derzeitigen Branchenprobleme hin, von denen das Be- und Endladen der Maschinen nicht verschont bleibe. Vor allem zu Spitzenzeiten am Mittag könnten „alle Beteiligten an die Grenzen der verfügbaren Ressourcen“ kommen.

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Flug-Chaos in München: Kunde wartet noch immer auf Koffer

Der Personalmangel ist überall spürbar – auch beim Flughafen selbst. Die Belade-Firmen könnten die Abfertigungen zwar grundsätzlich stemmen, so ein Sprecher, die Kapazitäten reichten jedoch nicht, „um Unregelmäßigkeiten im Gesamtsystem abfedern zu können“.

Stefan Kastel hat zu spüren bekommen, was das heißt. Seinen kleinen Rollkoffer, in dem seine Kleidung und Laptop-Zubehör war, hat er übrigens immer noch nicht zurück. In Budapest ist er erst mal einkaufen gegangen.

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