Bürgermeisterwahl in Krailling

Knapper Wahl-Krimi 

+
Wahlgewinner mit Ex-Bürgermeisterin: Henrik Jörgens (CSU, li.) und Rudolph Haux (FDP) möchten beide Christine Borst im Rathaus beerben. Die Stichwahl wird entscheiden.

Die Kraillinger Bürgermeisterwahl geht in die Verlängerung. Bei der Abstimmung am Sonntag lagen alle drei Kandidaten fast gleichauf, am Ende entschieden wenige Stimmen.

Krailling – Es war ein Krimi, den die rund 100 Besucher am Sonntagabend im Sitzungssaal des Kraillinger Rathauses erlebten. Bis zum Eintreffen des Ergebnisses aus dem 12. und damit letzten Wahlbezirk war vollkommen offen, wer am Ende das Rennen machen würde. Jeder der drei Kandidaten konnte bis dahin etwas mehr als 33 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, Henrik Jörgens (CSU), lange Zeit Schlusslicht, hatte hauchdünn die Nase vorn vor Adrienne Akontz (Bündnis 90/Die Grünen) und Rudolph Haux (FDP). Dann rutschte Akontz noch auf Rang drei ab. „Damit hatte ich nicht mehr gerechnet“, sagte die schwer enttäuschte Kandidatin der Grünen, nachdem das vorläufige amtliche Endergebnis feststand. „Ich bin sprachlos.“ Am Ende fehlten Akontz lediglich neun Stimmen. Sie erhielt 1172 Stimmen (33,14 %), Haux 1181 Stimmen (33,39 %) und Jörgens 1184 (33,47 %). 59,14 Prozent der insgesamt rund 6000 Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Die Zahl der Briefwähler lag bei circa 27 Prozent.

Ergebnis wird voraussichtlich überprüft

Jörgens zeigte sich nach dem Erfolg sofort kämpferisch: „Jetzt kommen zwei spannende Wochen, in die wir uns reinhängen müssen.“ Aufgrund des knappen Wahlausgangs dürfte das Ergebnis überprüft werden. Die Entscheidung trifft der Wahlausschuss, der heute um 9 Uhr tagt. Im Falle einer Nachzählung werde das Rathaus für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben, kündigte Geschäftsleiter Franz Wolfrum an. Haux rechnet nicht mit einer Korrektur. „Das ist kaum vorstellbar.“ Das Auszählen gestalte sich bei einer Bürgermeisterwahl relativ einfach. 

Lebt altes Bündnis wieder auf?

Für die Stichwahl am 26. Mai, dem Tag der Europawahl, hofft Haux nun auf die Unterstützung anderer politischer Gruppen, vor allem vonseiten der Grünen und der SPD. Die Sozialdemokraten hatten ebenso wie die FBK diesmal bekanntlich keinen eigenen Kandidaten nominiert und im Vorfeld auch keine Wahlempfehlung ausgesprochen. Das dürfte sich jetzt ändern.Bei der Kommunalwahl 2014 hatten Grüne, SPD, FBK und FDP die Initiative „Wir in Krailling“ ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Mehrheit der CSU, die seit 70 Jahren die Kraillinger Ortspolitik bestimmt und den Bürgermeister stellt, zu brechen. Dieser Zusammenschluss könnte wieder aufleben. Erika Harder, SPD-Ortsvorsitzende, ist sich sicher, dass ihre Partei eine Empfehlung abgeben wird. Krailling brauche unbedingt eine Veränderung. Harder: „Wir werden keinen CSU-Bürgermeisterkandidaten unterstützen. Das kann ich jetzt schon versichern.“

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Coronavirus - Flughafen München in der Krise: Lage schlimmer als nach dem 11. September?
Coronavirus - Flughafen München in der Krise: Lage schlimmer als nach dem 11. September?
Penzberger Firma entwickelt Corona-Schnelltest: „Bedeutende Reaktion auf Pandemie“
Penzberger Firma entwickelt Corona-Schnelltest: „Bedeutende Reaktion auf Pandemie“
Während Corona-Krise: Thai-Kini residiert samt Hofstaat in Garmischer Luxushotel - Behörde genehmigt Ausnahme
Während Corona-Krise: Thai-Kini residiert samt Hofstaat in Garmischer Luxushotel - Behörde genehmigt Ausnahme

Kommentare