Gersdorf kommt nicht zur Ruhe

Bulldog-Konvoi nach Zwangsräumung von Bauernhof

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Protestierende Landwirte am Samstagnachmittag vor dem Ebersberger Amtsgericht.

Gersdorf/Ebersberg - Das Bauerndrama von Gersdorf lässt die Menschen nicht zur Ruhe kommen. Am Samstag fuhren Landwirte mit ihren Bulldogs zum Amtsgericht und demonstrierten.

Auch eineinhalb Wochen nach der Zwangsräumung des Hofes in Gersdorf, bei der eine Bauernfamilie ihre Heimat verloren hatte, geht der Protest weiter. Am Samstag fuhren rund 100 Landwirte mit ihren Bulldogs von Gersdorf (Gemeinde Frauenneuharting) zum Amtsgericht in der Kreisstadt. Der Konvoi war angemeldet und wurde von der Polizei begleitet. Die Demonstranten griffen auf Plakaten die Gerichtsentscheidung der Zwangsräumung und den gesetzlichen Betreuer des Alt-Bauern, einen Grafinger Rechtsanwalt, scharf an. Unter anderem forderten sie dessen Ablösung.

Hintergrund: Der vom Hof geklagte Bauer (45) und seine Familie hatten sich mit der Altbäuerin verkracht. So gewaltig, dass sie seit Jahren vor Gericht streiten. Seit deren Mann Johann vor 20 Jahren beim Bau einer Kapelle verunglückte und einen Hirnschaden erlitt, wird sich die Familie nicht einig, wie es mit dem Hof weitergehen soll. Die Altbäuerin hat gegen ihren Sohn geklagt, weil er jahrelang nur knapp ein Drittel der Pacht gezahlt habe. Die mündlichen Vereinbarungen, mit denen der Jungbauer das rechtfertigt und die sechsstelligen Investitionen des Jungbauern in den Hof zählten vor Gericht nicht. Nach einem komplizierten Verfahren bekam die Altbäuerin Recht. Es kam zur Zwangsräumung.

Michael Acker

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