Entscheidung bestätigt

Erbitterter Streit um die Enkel - bis zum Bundesgerichtshof

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Kinder, Eltern und Großeltern glücklich vereint. Das ist das Idealbild. Die Realität sieht oft anders aus. Der Streit einer Familie aus dem Kreis Erding landete jetzt vor dem Bundesgerichtshof.

Bis zum Bundesgerichtshof gestritten hat eine Familie aus dem Kreis Erding. Die Großeltern wollten ein Umgangsrecht mit ihren Enkeln erzwingen. Die Karlsruher Richter haben jetzt die Entscheidungen des Amtsgerichts Erding und des Oberlandesgerichts München bestätigt.

Erding - Als völlig zerrüttet dürfen die Verhältnisse einer Familie aus dem Landkreis Erding bezeichnet werden, die seit zwei Jahren die Justiz beschäftigt. Am Ende landete der Fall beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Der bestätigte die Urteile des Amtsgerichts Erding und des Oberlandesgerichts München. Oma und Opa mütterlicherseits bleibt der Umgang mit den Enkeln verwehrt, weil die Eltern das strikt verlangen. Es ist das Ende einer familiären Tragödie.

Die beiden Kinder wurden 2006 und 2008 geboren und wachsen seither bei ihren leiblichen Eltern auf. Bis 2009 waren die beiden regelmäßig bei den Großeltern mütterlicherseits. 2009 brachen die Eltern den Kontakt zu den Großeltern ab.

Zwei Jahre später unternahmen sie einen zweiten Anlauf – unter höchst fragwürdigen Bedingungen. Den Großeltern wurde der Umgang mit den Enkeln wieder erlaubt. Im Gegenzug verpflichteten sich die Großeltern zu einem zinslosen Darlehen an die Tochter und deren Mann. Sofort fällig werden sollte der Kredit, falls das Umgangsrecht erneut nicht mehr gewährt werden sollte.

Genau das passierte 2014. Die Enkel durften Oma und Opa nicht mehr sehen. Den neuerlichen Kontaktabbruch begründeten die Eltern mit einem Schreiben der Großeltern an das Erdinger Jugendamt. Darin hieß es,, es gebe „Vorfälle von seelischer Misshandlung der Enkelkinder“.

Der Fall landete bei Familienrichter Dr. Stefan Priller vom Amtsgericht Erding. Er wies den Antrag der Großeltern zurück, nachdem die Kinder einen Verfahrensbeistand zur Seite gestellt bekommen hatten, ein Gutachten erstellt worden war sowie alle Beteiligten angehört worden waren. Priller wies den Antrag der Großeltern zurück. Denn es stellte sicht heraus, dass an den massiven Vorwürfen nichts dran war. Im Gegenteil, das Verhältnis der Kinder zu ihren Eltern wird als gut, vertrauensvoll und stabil beschrieben.

Die beiden heute elf und neun Jahre alten Kinder gaben an, nur dann Oma und Opa wieder sehen zu wollen, wenn der Streit endgültig beigelegt ist.

Die Großeltern wandten sich an das Oberlandesgericht München, das sich am 10. Juni vorigen Jahres der Sichtweise des Amtsgerichts anschloss. Das OLG entschied ohne neuerliche Anhörung. Dagegen legten die Großeltern Beschwerde beim Bundesgerichtshof ein – und holten sich am 12. Juli 2017 vor dem 12. Zivilsenat eine weitere Niederlage.

Die Beschwerde sei nicht begründet, urteilten die Karlsruher Richter. Bereits das Amtsgericht habe sämtliche Beteiligten angehört und auch ein Gutachten erstellen lassen. Bei einer neuerlichen Befragung „wären keine anderen Erkenntnisse zu erwarten gewesen“, so die Münchner Richter, denen sich der BGH anschloss.

Ausschlaggebend sei unter anderem das gute Verhältnis zwischen Eltern und Kindern gewesen. Unter einem erzwungenen Umgang würden vor allem die Kinder leiden. OLG und BGH wiesen auch darauf hin, dass die Kinder selbst den Wunsch geäußert hätten, Oma und Opa erst dann wieder zu sehen, wenn der Familienstreit beigelegt ist.

Grundsätzlich kamen die Richter zu dem Schluss, „dass die Gewährung eines Umgangsrechts dem Wohl der Kinder widerspreche, wenn die Großeltern das Erziehungsprimat der Eltern nicht uneingeschränkt anerkennten“.

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