Schäden weit über 100.000 Euro

Bundespolizei jagt die Bahnhofs-Randalierer

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Selbst die Anzeigetafeln wurden zerstört

München - Die Gnadenfrist ist abgelaufen. Jetzt greift die Bundespolizei ungewohnt scharf durch im Kampf gegen randalierende Jugend-Gangs, die auf S-Bahnhöfen randaliert haben.

 Die Beamten haben nämlich gestochen scharfe Fahndungsfotos von rund 30 jungen Leuten, nach denen ab heute aktiv gefahndet wird. Eines kann man schon mal sagen: Es wird teuer für die Täter. Sehr teuer sogar!

Vandalen-Werk: ein zerschlagener Schaukasten

Seit vier Jahren werden auf den S-Bahnhöfen und in den Zügen der sogenannten A-Linie zwischen Dachau und Altomünster regelmäßig Fahrkartenautomaten und Anzeigetafeln zerschlagen oder angekokelt. Der Schaden beträgt bereits weit über 100 000 Euro. In einigen Fällen hatten die Automaten einen glatten Totalschaden. Bundespolizei-Sprecher Berti Habelt: „Wir haben Flyer verteilt, Plakate aufgehängt und auf Prävention gesetzt. Es hat alles nichts genutzt. Und darum ist nun die Zeit der Repression angebrochen.“

Die Bundespolizei hat nämlich – mit richterlicher Rückendeckung – an den neun betroffenen Bahnhöfen Miniatur-Kameras installiert, die gestochen scharfe Bilder der Randale-Aktionen lieferten: „Wir waren selbst überrascht von der Qualität der Bilder.“ Einige zum Teil bereits wohlbekannte Knaben haben die Beamten bereits auf Anhieb erkannt. Die anderen werden nun gesucht.

Bereits gestern Abend schwärmten 50 Beamte mit den Fotos der Gesuchten auf der A-Linie aus und beobachteten die Fahrgäste auf den Bahnhöfen in Dachau, Dachau-Stadt, Schwabenhausen, Niederroth, Markt Indersdorf, Arnbach, Erdweg, Kleinberghofen, und Altomünster. „Wir gehen davon aus, dass die Täter entlang der Linie wohnen und regelmäßig S-Bahn fahren.“ Auch in Jugendzentren und sonstigen Treffpunkten junger Leute werden sich Bundespolizisten umschauen.

Berti Habelt: „Wir erhoffen uns auch Hinweise aus der Bevölkerung, denen wir ausnahmslos nachgehen werden. Am einfachsten wäre es, die Täter stellen sich freiwillig, wenn sie nicht möchten, dass wir sie an ihren Arbeitsplätzen, in der Schule oder gleich bei den Eltern auftauchen. Das gäbe dann vielleicht sogar noch etwas Strafmilderung.“ Das Hinweis-Telefon der Bundespolizei am Hauptbahnhof unter 089/515550-111 ist rund um die Uhr besetzt.

Dorita Plange

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