Tieffliegender Hubschrauber

Bundeswehr-Übungsflug wurde Wallach zum Verhängnis

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Wallach Carlos wurde 16 Jahre alt. 

Martina Hochstetter musste ihren Wallach „Carlos“ einschläfern lassen. Das Reitpferd hatte sich auf der Koppel schwer verletzt, weil es vor einem tieffliegendem Hubschrauber der Bundeswehr scheute. Der Fall wurde am Montag vor Gericht verhandelt.

München – Wenn Martina Hochstetter (59) an Wallach Carlos (16) denkt, kommen ihr immer noch die Tränen. Am 28. Oktober 2014 musste sie ihr Pferd einschläfern lassen. Es hatte sich auf der Koppel des Gestüts Kronleiten bei Seeshaupt (Kreis Weilheim-Schongau) schwer verletzt. Das andalusische Reitpferd brach sich ein Bein, als es durch einen ungewöhnlich tief fliegenden Hubschrauber der Bundeswehr scheute.

Klägerin Martina Hochstetter mit Anwalt Rademacher.

Martina Hochstetter, Verkäuferin aus Garmisch-Partenkirchen, verklagte die Bundeswehr auf Schadenersatz. Ihr Anwalt Peter Rademacher forderte 11 500 Euro. Doch die Heeresflieger verneinten jegliche Kausalität zwischen der schwerwiegenden Verletzung des Tieres und einem Flugmanöver. Tatsächlich aber hatten im besagten Zeitraum Ausbildungsflüge stattgefunden.

In der Verhandlung am Montag vor dem Landgericht München II räumte Gestütsbesitzer Max-Josef P. sämtliche Zweifel aus, dass Carlos durch einen anderen Vorfall hätte aufgeschreckt werden können. Als der 50-Jährige den Helikopter herannahen sah, bogen sich durch den Luftdruck die Bäume bedrohlich zur Seite. „Ich dachte an einen Absturz oder an eine Notlandung, ich habe so etwas noch nie erlebt“, sagte er als Zeuge vor Gericht. Er rannte sofort zur Koppel und erkannte gleich, „dass es aus ist“. Ein herbeigerufener Tierarzt schläferte Carlos noch an Ort und Stelle ein.

Im Laufe der folgenden Monate versuchten die Gestüts-Mitarbeiter, einen Ansprechpartner ausfindig zu machen. Sie telefonierten mit der Polizei, der Gemeinde, dem Landratsamt und dem Bürgertelefon der Luftwaffe. 2015 wurde Klage erhoben. Richterin Franziska Kreuzer riet der Bundeswehr-Anwältin in einem Vergleich zur Zahlung von ca. 8600 Euro. Sie hat nun einige Wochen Bedenkzeit. 

Angela Walser

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