Das sind die Fakten

Burka im Schwimmbad erlaubt, aber T-Shirt nicht? Fake-News über das Dorfener Freibad

Aufregung um das Dorfener Freibad: Während einem Mann das Tragen eines T-Shirts im Wasser verboten worden sei, habe eine Frau in Burka baden dürfen. Fake-News, wie Recherchen zeigen.

Dorfen – Der angebliche Vorfall in der vergangenen Woche hat an Stammtischen schnell die Runde gemacht: Einem Dorfener wurde trotz Hautallergie das Tragen eines T-Shirts im Wasser untersagt. Eine muslimische Frau dagegen hat problemlos in ihrer Burka baden können. Ein Urteil ist da schnell gefällt: Für Ausländer gelten überall Ausnahmeregelungen, Deutsche müssen alles hinnehmen.

Es spielte sich alles anders ab

Doch der Vorfall hat sich so überhaupt nicht zugetragen, wie Recherchen der Heimatzeitung ergeben haben. Der Sachverhalt ist ein ganz ein anderer, wie Pressesprecher Georg Seitz versichert. 

Demnach hat ein Mann an der Schwimmbadkasse nachgefragt, ob er ausnahmsweise mit einem T-Shirt das Becken benutzen dürfe. Der Freibadbesucher habe argumentiert, er hätte eine Hautallergie und das Tragen einer Oberbekleidung würde dieser entgegen wirken. Die Kassiererin hat laut Seitz daraufhin die Betriebsleiterin des Schwimmbads, Michaela Hoffmann, hinzugezogen. Seitz: „Frau Hoffmann erteilte ihm die Erlaubnis, ein T-Shirt zu tragen. Weder Frau Hoffmann noch die an diesem Tag eingesetzten Kolleginnen und Kollegen haben den Herrn später aufgefordert, das Becken mit dem T-Shirt zu verlassen. Das wäre ja auch höchst widersinnig, ihm die Ausnahme zu erteilen und später dann des Beckens zu verweisen.“

Burka-Frauen höchst selten im Schwimmbad

Fakt ist laut Seitz auch, dass keinem der Mitarbeiter an diesem Tag eine burkatragende Frau im Schwimmbad aufgefallen sei. Auch keine, die sich mit diesem Kleidungsstück in einem der Becken aufgehalten hätte. Im übrigen sei es höchst selten, dass eine Frau mit Burka im Schwimmbad anzutreffen sei.

Die Dorfener Schwimmbadverordnung sieht auch für Badebekleidung Regeln vor. So ist der Aufenthalt im Freibad nur in üblicher Badebekleidung gestattet. Die Entscheidung, ob die Badebekleidung den Anforderungen entspricht, obliegt in jedem Fall dem Badepersonal. 

Untersagt sei aus hygienischen Gründen auf jeden Fall Bekleidung aus Baumwolle, aber auch aus Jeansstoff. Als zulässige Bekleidung werden laut Seitz Badehosen und Badeanzüge angesehen, die aus geeigneten Schwimmmaterialien hergestellt sind. Darunter fielen auch so genannte Burkinis – eine zweiteilige Badebekleidung für Frauen, die bis auf Gesicht, Hände und Füße den gesamten Körper bedeckt.

Entblößte Beine, bis zur Unterhose alles sichtbar, aber ein verhülltes Gesicht: Das steckt hinter dem polarisierenden Burka-Auftritt in Ismaning, merkur.de berichtete.

Rubriklistenbild: © dpa / Rolf Haid

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