BVTA Fürstenfeldbruck

Türken werfen Schiri "grenzwertigen Rassimus" vor

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BVTA-Präsident Duran Mizrak (r.) hat die Nase voll.

Fürstenfeldbruck - Der Kreisklassist BVTA kommt nicht zur Ruhe. Der Verein wehrt sich gegen die sich häufenden Platzverweise und beklagt sich über die Wortwahl eines Unparteiischen.

Seinen Briefkasten im gebirgsnahen Benediktbeuern muss Franz Pölt dank moderner E-Mail-Praxis nicht mehr öffnen. Trotzdem wird der Fußball-Sportrichter in den letzten Wochen mit Protestschreiben vom BVTA Fürstenfeldbruck überhäuft. Dieser Tage blinkte eine Erklärung zu einem Vorfall in Geltendorf auf Pölts Computer auf. Zuvor gab es schon wochenlang regen Mail-Verkehr.

Noch vor vier Monaten herrschte überschäumender Jubel beim BVTA, als die Elf von Trainer Aslan Koc über die Relegation die Rückkehr in die Kreisklasse geschafft hatte. Nach sechs Spieltagen macht sich nun aber Ernüchterung breit. Der 5:0-Auftaktsieg in Egenburg wurde wegen des Einsatz eines gesperrten Spielers vom Sportgericht in eine 0:2-Niederlage gedreht. Danach flog beim 1:4 in Eching Torjäger Mehmet Acikgöz vom Platz. Beim 3:3 gegen Stockdorf wurde zwar der BVTA zum nachträglichen Sieger erklärt, weil diesmal die Gäste einen nicht berechtigten Akteur im Aufgebot hatten. Doch schon in Mammendorf wurde wieder Karte gegen einen Türken gezückt. Dort musste mit Orkun Altin bereits der dritte Spieler vorzeitig das Feld verlassen. Kürzlich in Geltendorf erwischte es dann Trainerbruder Ismail Koc.

Dessen Rote Karte nahm BVTA-Präsident Duran Mizrak nun zum Anlass, um in seiner Stellungnahme dem in Geltendorf aus der Augsburger Schiedsrichter-Gruppe eingeteilten Unparteiischen Herbert Moser eine „hart an der Grenze zum Rassimus“ liegende Einstellung vorzuwerfen. Auslöser war die Frage des Referees an Verantwortliche der Geltendorfer Gastgeber, ob der Platzverein auch über genügend Ordner verfüge. Mit der Ergänzung: „Ihr spielt gegen die Türken.“

Nachdem Koc dann mit der Roten Karte für ein in den Augen von Mizrak „Allerweltsfoul unangemessen bestraft“ wurde, sah sich der Präsident zum Handeln gezwungen. Der Spieler habe weder den gefoulten Geltendorfer noch den Schiedsrichter bedroht und sich „schon gar nicht zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen“. Die hatte der Schiri in seinem Bericht ans Sportgericht so formuliert. Die übliche Floskel der Unparteiischen bei solchen Reports („Ich bitte das Sportgericht um weitere Veranlassung“) legt Mizrak ferner als Aufforderung für ein schärferes Urteil aus.

Dieter Metzler

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