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Callcenter-Betrug: 80-Jährige übergibt Goldbarren und Münzen im Wert von 400.000 Euro an Unbekannten

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Von: Max Wochinger

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Die „falschen Polizisten“ hatten die Rentnerin aus Feldkirchen überrumpelt: Die Nichte hätte einen Unfall verursacht. Die 80-Jährige übergab ihnen sieben Kilo Gold. (Symbolbild)
Die „falschen Polizisten“ hatten die Rentnerin aus Feldkirchen überrumpelt: Die Nichte hätte einen Unfall verursacht. Die 80-Jährige übergab ihnen sieben Kilo Gold. (Symbolbild) © dpa

Die „falschen Polizisten“ hatten die Rentnerin aus Feldkirchen überrumpelt: Die Nichte hätte einen Unfall verursacht. Die 80-Jährige übergab ihnen später sieben Kilo Gold.

Feldkirchen - Trick-Anrufer haben eine 80-Jährige aus Feldkirchen (Landkreis München) um mehr als 400.000 Euro betrogen. Die bislang unbekannten Täter hatten ihr vorgegaukelt, dass ihre Nichte in einen Unfall verwickelt wäre und nun Kaution zahlen müsse. Die Seniorin übergab daraufhin Goldbarren und wertvolle Münzen an einen Unbekannten, teilte die Polizei mit.

Demnach hat am Dienstag gegen 15.10 Uhr ein Unbekannter bei der Feldkirchnerin angerufen und sich als Polizist ausgegeben. Der erzählte dem Opfer eine erfundene Geschichte: Ihre Nichte hätte bei einem Unfall einen Menschen tödlich verletzt und müsste nun eine Kaution von mehreren zehntausend Euro zahlen. Die Rentnerin glaubte dem Anrufer.

Betrug in Feldkirchen: Sieben Kilo Gold übergeben

Die Betrüger konnten sie dazu bewegen, ihr Bankschließfach zu leeren. Der Inhalt: Sieben Kilogramm in Goldbarren und Goldmünzen. Sie übergab das Gold an ihrer Haustür einem weiteren unbekannten Täter. Der steckte die Beute in eine blaue Stofftasche mit der Aufschrift „Gemeinde Feldkirchen“. Der Wert des Goldes beträgt laut Polizeiangaben mehr als 400.000 Euro.

Der Abholer wurde noch von einem Bekannten der Seniorin gesehen; er kam zufällig, kurz nach der Übergabe, zu der Frau zu Besuch. Die betrogene Rentnerin erzählte dem Bekannten, was passiert war. Er informierte sofort die Polizei. Die Polizei suchte umgehend nach dem Abholer, sie konnte ihn aber nicht finden. Die weiteren Ermittlungen hat das Fachkriminaldezernat 3 (Arbeitsgruppe „Phänomene“) übernommen.

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Zeugenaufruf nach Betrug in Feldkirchen

Die Ermittler bitten nun um Mithilfe: Wer hat im Bereich der Kreuzstraße, Regina-Ullmann-Straße oder Sonnenstraße in Feldkirchen auffällige Beobachten gemacht? Der Abholer ist männlich, 30 bis 40 Jahre alt, etwa 1,80 m groß und rund 80 Kilogramm schwer. Sein Aussehen war laut Polizeiangaben „westeuropäisch“, er trug eine hellblaue Windjacke. Das Gold steckte er in eine blaue Stofftasche mit der Aufschrift „Gemeinde Feldkirchen“ mit dazugehörigem Gemeindewappen.

Wer Hinweise für die Polizei hat, soll sich mit dem Polizeipräsidium München in Verbindung setzten, Telefon 089/2910-0. Alternativ kann auch jede andere Polizeidienststelle kontaktiert werden.

Vorsicht: Bei diesen Telefonnummern sollten Sie aktuell nicht rangehen

Hinweis der Münchner Polizei

Die Münchner Polizei weist darauf hin, dass „falsche Polizeibeamte“ und auch andere angebliche Amtspersonen (etwa Richter oder Staatsanwälte) häufig mit einer erfundenen Geschichte ihre Opfer überrumpeln: Zum Beispiel, dass ein Angehöriger einen schweren Unfall verursacht hat und nun zur Abwendung einer Haft eine Kaution fällig sei.

Die Polizei rät, sich mit einem selbstständigen Anruf beim Polizeinotruf 110 zu vergewissern, ob es sich tatsächlich um einen echten Anruf handeln könnte.

Wichtige Tipps der Polizei

Halten Sie in allen Fällen telefonische Rücksprache zu Ihren Angehörigen.

Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.

Die Polizei oder vergleichbare Amtspersonen werden Sie niemals um die Aushändigung von Geld oder Wertsachen bitten.

Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.

Übergeben Sie niemals Geld an fremde Personen und stellen Sie nie Wertgegenstände zur Abholung vor die Tür.

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