Ärger in Wolfratshausen

Chaos vor Schule - „Manche Eltern sind unbelehrbar“

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Gefährlicher Schulweg: An der Sauerlacher Straße geht es vor und nach Unterrichtsbeginn eng zu. 

Der Elternbeirat der Mittelschule klagt über das Verkehrschaos vor Unterrichtsbeginn. Bürgermeister Klaus Heilinglechner sieht wenig Möglichkeiten, das zu ändern.

Wolfratshausen – Es sind teils chaotische Szenen, die sich jeden Morgen vor der Mittelschule abspielen: Kinder springen aus dem elterlichen Auto, das an der Sauerlacher Straße hält. Unbedacht rennen die Schüler über die viel befahrene Straße. Der stehende Wagen blockiert den Verkehr und sorgt für Staus. Andere Eltern lassen ihre Schützlinge auf dem sicheren Lehrerparkplatz der Schule aussteigen – dort kommt es zu gefährlichen Wendemanövern.

Regine Müller-Marx, Zweite Vorsitzende des Elternbeirats der Schule, erläuterte die Probleme in der Monatsversammlung der Bürgervereinigung Wolfratshausen. „Das Thema Verkehr belastet uns sehr“, sagte sie. Und: „Die Situation spitzt sich jedes Schuljahr weiter zu.“

Lösungsansätze für die Verkehrsprobleme lieferte Müller-Marx gleich mit: Ihr Wunsch sei es, dass die Stellflächen an der Sauerlacher Straße als Lehrerparkplatz deklariert und somit für den Hol- und Bringverkehr gesperrt werden. Außerdem möge die Kommune die Situation bei der Umgestaltung des nahe gelegenen Hatzplatzes berücksichtigen und dort eine Art Parkbucht einplanen, auf der die Eltern ihre Kinder gefahrlos aussteigen lassen können.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner erklärte, die Stadt sei „in der Gestaltung des Hatzplatzes frei“. Den Vorschlag des Elternbeirats nehme er zwar „gerne auf“, allerdings habe er Bedenken: „Natürlich liegt uns die Sicherheit der Kinder am Herzen, aber mit einem solchen Angebot fördern wir die Unvernunft der Eltern.“ Ähnliche Probleme gebe es auch an der Waldramer Schule, sagte Heilinglechner. Schulleiter und Lehrer sollten – so seine Auffassung – durch Gespräche in den Klassen oder mit Briefen an die Eltern ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es wichtig sei, zu Fuß oder mit dem Rad in die Schule zu kommen.

Elternbeirätin Müller-Marx stimmte zwar zu, bislang seien derlei Versuche aber nicht erfolgreich gewesen: „Fast wöchentlich weisen wir darauf hin, an der Situation ändert sich aber nichts. Manche Eltern sind unbelehrbar.“ Selbst als der ehemalige Direktor Peter Altstidl mit Warnweste „und erhobenem Zeigefinger“ die Situation vor der Schule beobachtete, habe es keine Reaktion gegeben. Stadtrat Markus Höft regte an, die Kinder dazu zu ermutigen, mit dem Rad zur Schule zu kommen. Eine Idee, die Regine Müller-Marx aufnahm: „Vielleicht können wir ja eine Fahrradgruppe gründen.“

Hoffnung auf ein bisschen mehr Verkehrssicherheit für die Schüler am Hatzplatz macht ein Antrag der Grünen. Die Mitglieder der dreiköpfigen Stadtratsfraktion regen an, am Hatzplatz eine Querungshilfe für Fußgänger zu installieren.

Dominik Stallein

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