Einsatz für jüdische Gegenwart und Zukunft

Charlotte Knobloch erhält Tutzinger Löwen

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Charlotte Knobloch erhält den Preis von Akademie-Präsident Uwe Hahn.

Tutzing - Sie kämpft wie eine Löwin für ihre Anliegen – und deshalb hat Charlotte Knobloch nur folgerichtig am Sonntag den Tutzinger Löwen überreicht bekommen.

Sie kämpft wie eine Löwin für ihre Anliegen – und hat deshalb nur folgerichtig am Sonntag den Tutzinger Löwen überreicht bekommen. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, hat die renommierte Auszeichnung der Evangelischen Akademie in Tutzing von Akademie-Präsident Udo Hahn überreicht bekommen. Sie erhielt die Bronzeplastik für ihren Einsatz für eine jüdische Gegenwart und Zukunft in der Bundesrepublik – und auch dafür, dass sie „Maßstäbe für Versöhnung“ gesetzt habe, wie die Akademie in ihrer Begründung angibt.

Zudem wurde das Eintreten der 82-Jährigen gegen Rechtsextremismus mit der Auszeichnung gewürdigt. Knobloch, die von 2006 bis 2010 Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland war, ist die neunte Preisträgerin. Vor ihr wurden u. a. die Politiker Helmut Kohl und Egon Bahr, die evangelischen Landesbischöfe Hermann von Loewenich und Johannes Friedrich, der Physiker Carl-Friedrich von Weizsäcker und der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., ausgezeichnet. Der Tutzinger Löwe steht laut Hahn für „Toleranz und Weltoffenheit“.

Knobloch hatte vor der Entgegennahme der undotierten Auszeichnung die Kanzelrede der Evangelischen Akademie in der Schwabinger Erlöserkirche gehalten. Unter dem Motto Nie wieder!? – Geschichte prüft uns in der Gegenwart kritisierte die gebürtige Münchnerin, die die Nazi-Gräuel in einer katholischen Familie in Franken überlebt hatte, gestern Mittag die um sich greifende geschichtsverdrossene Gedankenlosigkeit und historische Gleichgültigkeit vieler Menschen. Sie plädierte für den Erhalt und die Fortentwicklung einer klugen Erinnerungskultur in unserem Land.

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