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Mit 22 Jahren Chefin und Top-Absolventin: Junge Frau macht Bilderbuch-Karriere - und verrät ihr Erfolgsgeheimnis

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Von: Franziska Konrad

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Karriere wie aus dem Bilderbuch: Alina Labruier, Leiterin der Murnauer Rupprecht-Filiale.
Karriere wie aus dem Bilderbuch: Alina Labruier, Leiterin der Murnauer Rupprecht-Filiale. © Schwarzenberger

Alina Labruier ist ein Phänomen: Sie ist erst 22 Jahre, leitet aber bereits die Murnauer Filiale der Buchhandlung Rupprecht – und wurde als eine der besten Absolventinnen ihres Berufes geehrt.

Murnau - Die 22-Jährige ist bei Rupprecht in Murnau zweieinhalb Jahre lang zur Buchhändlerin ausgebildet worden. Im Tagblatt-Interview mit Birgit Schwarzenberger spricht sie über das Geheimnis ihres beachtlichen Erfolgs.

Buchhändlerin (22) gelingt Top-Abschluss - „Glaube, da hat alles zusammengespielt“

Herzlichen Glückwunsch zum Top-Abschluss. Wie schafft man es, beste Absolventin einer Berufsausbildung zu werden?

Alina Labruier: Das frage ich mich auch (lacht)…. Nein, ich habe Spaß an meinem Beruf. Es ist wirklich ein Traumberuf für mich. Auch die Inhalte, die wir in der Schule gelernt haben, waren interessant. Und ich bin auch ehrgeizig und mache gerne einen guten Abschluss. Ich glaube, das hat alles zusammengespielt.

Haben Sie das Ziel gehabt, Beste zu werden?

Nein. Ich wollte einen Beruf finden, der mir Spaß macht. Das war erst einmal das Hauptziel. Dann wollte ich schon auch einen guten Berufsabschluss haben. Ich wollte hinterher für mich sagen: Das habe ich gut gemacht und mein Bestes gegeben.

22-Jährige macht Bilderbuch-Karriere: „Ich freue mich jeden Tag auf etwas Neues“

Ihr Bestes geben – wie sah das aus?

Jeden Tag sagen: Heute ist wieder ein neuer Tag, ich habe wieder Spaß auf der Arbeit und möchte die Kunden wieder gut beraten, ich möchte etwas Neues lernen und alles mitnehmen, was man hier irgendwie lernen kann. Auch in der Schule sagen: Wir lernen heute ein neues Thema, da möchte ich gut aufpassen, damit ich das wieder für die Praxis gut gebrauchen kann. Mich jeden Tag auf etwas Neues freuen – der Beruf ist so vielfältig.

Wie haben Sie Ihren Beruf gefunden?

Eher zufällig. Direkt nach der Schule habe ich erst einmal in Augsburg Jura studiert und nach dem ersten Semester gemerkt, dass es mir zu theoretisch ist. Ich wollte etwas Praktisches machen, was hier in der Gegend möglich ist. In der Zeitung habe ich dann gesehen, dass Rupprecht Auszubildende sucht und dass man jederzeit anfangen kann. Ich habe mich informiert, was man dazu mitbringen muss und gedacht, dass ich mich dort schon wohlfühlen würde. Also habe ich mich im Mai beworben und konnte im Juni gleich anfangen.

Junge Bayerin mit 22 Jahren Chefin: „Kontakt zu anderen Menschen bereichert so viel“

Was war hilfreich in Ihrer Ausbildung?

Im Studium musste man selber schauen, wie man sich seinen Tag einteilt. Hier hat man Verantwortung und muss da sein. Das hat mir am Anfang geholfen, Struktur in meinen Tag reinzubekommen und meine Aufgaben bis zum Ende des Tages zu erledigen. Darin konnte ich mich gut einfügen und dann darüber hinaus entwickeln.

Welche Inhalte der Ausbildung haben Ihnen besonders gut gefallen?

Der Kundenumgang - Kontakt zu anderen Menschen bereichert so viel. Es ist auch ein kaufmännischer Beruf, in dem man Grundlagen lernt, einen Laden erfolgreich zu führen. Und auch organisatorisch: Man muss Fristen einhalten und schauen, dass die Ware da ist. Genau diese Mischung macht den Reiz aus.

Junge Frau macht Bilderbuch-Karriere: „Habe die Chance ergriffen“

Wie sind Sie denn gleich Filialleiterin geworden?

Das hat sich zufällig ergeben, weil die Kollegin, die dafür vorgesehen war, kurzfristig weggezogen ist. Im Corona-Lockdown habe ich viel gelernt, was die Organisation des Ladens betrifft, weil oft derjenige nicht da war, der eigentlich dafür zuständig ist. Ich habe die Chance ergriffen.

Schwierige Kunden – wie gehen Sie mit diesen um?

Mit Geduld. Man darf sich nicht alles zu Herzen nehmen. Es ist ja oft nicht persönlich gemeint.

Haben Bücher in Ihrer Familie eine Rolle gespielt?

Ja, wir hatten immer Bücher daheim, und es wurde auch vorgelesen.

Wie wäre die Welt für Sie ohne Bücher?

Weniger bunt. Ich finde es schön zu sehen, was die Autorinnen und Autoren für Ideen haben. Die Gedanken und Gefühle von ihnen zu bekommen und sich darauf aufbauend seine eigenen Gedanken zu machen und etwas für sich mitzunehmen – ohne Bücher hätte man diesen Input nicht.

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