Christina B: "Ich habe gedacht, ich spinne"

Kauffrau Christina B. (21)

München - Johann P. (72) kann unheimlich sauer werden, wenn es einer der Anwohner wagt, ihm seinen öffentlichen Parkplatz wegzunehmen. Die junge Einzelhandelskauffrau Christina B. (21) hat es gewagt - mit heftigen Folgen.

Der öffentliche Parkplatz vor dem Schrottplatz-Tor

Seit 30 Jahren betreibt der gebürtige Rumäne Johann P. (72) mitten in einem Geretsrieder Wohngebiet einen kleinen Auto-Schrotthandel. Und genauso lange stellt er seinen Anhänger beziehungsweise sein Auto auf den ersten freien öffentlichen Parkplatz direkt vor seinem Tor. Die Macht der Gewohnheit eben. Da versteht P. keinen Spaß. Und er kann unheimlich sauer werden, wenn es einer der Anwohner mal wagt, ihm diesen Platz kurzfristig streitig zu machen. Die junge Einzelhandelskauffrau Christina B. (21) hat es am Montag gewagt – und prompt ihr lila Wunder erlebt. Johann P. nämlich parkte ihren lila Golf III kurzerhand um! Sie sagt: Er hat dazu den Gabelstapler benutzt – wovon auch die Polizei ausgeht. Vorhang auf für Bayerns irrsten Parkplatz-Streit:

Johann P.s Gabelstabler

Johann P. hat zwei häufig kläffende Pudel, mit denen sich die Nachbarn mehr oder weniger zähneknirschend arrangiert haben. Auch die Ölflecken und Scherben, die beim Auf- und Abladen der Schrottfahrzeuge regelmäßig auf dem Vorplatz vorm Tor landen, haben die Anwohner lange hingenommen. Die neueste Aktion des eigenwilligen Schrotthändlers jedoch geht dann doch ein bisserl weit – meint auch Anwohnerin Christina B., die ihren VW Golf am Montag gegen 15 Uhr auf den einzig freien Parkplatz vorm Tor des Schrottplatzes abstellte.

„Als ich um 19.30 Uhr wieder fahren wollte, habe ich gedacht, ich spinne. Mein Auto stand plötzlich andersherum und um fünf Meter versetzt auf einem anderen Platz innerhalb des Wendehammers – und zwar im absoluten Halteverbot!“ Auf den ersten Blick sah sie, dass ihr Auto am Unterboden beschädigt, das Blech am Auspuff total verbogen war. Das bestätigte sich auch später bei einer genaueren Untersuchung auf der Hebebühne.

Christina B. stellte den Händler zur Rede: „Er sagte, der Platz gehöre ihm. Angeblich habe er meinen Wagen mit zwei Männern weggetragen. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Die Beschädigungen stammen außerdem ganz eindeutig von einem Gabelstapler.“ Das bestätigt nach den bisherigen Erkenntnissen auch die Geretsrieder Polizei, die die Ermittlungen aufgenommen hat. Die Diskussion mit dem Schrotthändler wurde nämlich so unerfreulich, dass Christina Anzeige erstattete – wegen Sachbeschädigung und Nötigung. Die Beamten haben Johann P. mittlerweile klar gemacht, dass der Parkplatz keineswegs ihm persönlich, sondern der Stadt gehört – und dass jetzt Schluss sein muss mit privaten Umpark-Aktionen. Die Anwohner sind gespannt …

tz

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