1000 Meter pro Minute in die Tiefe

Panne: Lufthansa-Airbus nach München plötzlich im Sturzflug 

Erding - 109 Passagiere in einem Lufthansa-Airbus auf dem Weg nach München haben einen Alptraum erlebt: Die Maschine sauste plötzlich im Sturzflug gen Boden, die Piloten waren erst einmal hilflos.

Beinahe wäre es zu einer Katastrophe gekommen, ähnlich wie bei der Air France 447, die 2009 im Atlantik versenkt wurde: Der Airbus A321 der Lufthansa wäre fast auf dem Weg von Bilbao nach München abgestürzt, wären nicht so gut ausgebildete Piloten an Bord gewesen, die die Technik überlisteten.

Der Vorfall ereignete sich bereits im November, wird aber in diesen Tagen in einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig thematisiert. Diese bestätigte gegenüber dem "Münchner Merkur" den Zwischenfall. Er ist als "Schwere Störung" bzw. "Beinahe-Unfall" eingestuft. Das Flugzeug sei aber "kontrolliert gesunken", "ähnlich wie bei einem Landeanflug".

Offenbar hat ein irregeleiteter Bordcomputer auf etwa 9.450 Metern die Kontrolle über die Maschine übernommen und einen steilen Sinkflug eingeleitet. Mit etwa 1.000 Metern pro Minute ging es in die Tiefe. Nach Informationen eines Lufthansa-Piloten wäre das Flugzeug nach 7 Minuten und 45 Sekunden auf dem Boden aufgeschlagen, wenn man vom Meeresspiegel ausgeht. Die Piloten konnten den Absturz jedoch nach etwa einer Minute stoppen: Sie zogen die Sicherung der Computer, wodurch das Flugzeug wieder "von Hand" gesteuert wird. So konnten sie den Airbus doch noch sicher am Flughafen München landen. Wäre die Technik-Panne in niedrigerer Höhe passiert, wäre das Ganze wohl Dramatischer ausgegangen.

Vereiste Sensoren lieferten falsche Daten

Als Grund für die Computerpanne nennt der Spiegel Sensoren, die während des Starts vereisten und das Flugzeug mit falschen Daten fütterten. Es gebe allein bei der Lufthansa mehr als ein Dutzend Fälle von vereisten oder blockierten Sensoren. Der Flugzeugbauer Airbus habe Lufthansa den Austausch der Instrumente gegen die eines anderen Herstellers angeboten, hieß es.

kg

Rubriklistenbild: © dpa

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