Wie er damit Geld verdient

Comunio: Er gründete die Fußball-Manager-Seite

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Mehr als nur ein Spiel: Fabian Loschek (35) am Tischkicker. Im Internet betreibt er seit 13 Jahren den Fußball-Manager Comunio

München - Die tz porträtiert den Gründer der Fußball-Manager-Plattform Comunio. Fabian Loschek erklärt, wie er auf die Idee für die Web-Community kam - und welche Tipps er Internet-Managern gibt.

Samstagnachmittag, kurz vor 15 Uhr: Die Uhr tickt, der Puls geht höher, denn gleich beginnt die Fußball-Bundesliga. Soll Franck Ribéry spielen – oder doch lieber Arjen Robben? Wer wird die bessere Leistung zeigen oder sogar Tore schießen? Jetzt gilt’s: Der Trainer muss entscheiden.

Ein paar Tage später, die Niederlage ist verdaut. Doch für den Manager fängt die Arbeit an: Muss ein neuer Stürmer her, vielleicht der Lewandowski? Und: Können wir uns den leisten? Das große Rechnen beginnt. Jetzt sind Mut, Geschick und Strategie gefragt.

Willkommen bei Comunio – dem beliebten Fußball-Manager-Spiel aus dem Internet. Willkommen im Herzen des Fußballs und seiner Fans. Hier kann jeder Uli Hoeneß sein, und zwar in seiner eigenen Liga – mit all seinen Stars. Die Regeln: Man muss als Manager sein Team aufstellen, Spieler kaufen und verkaufen. Nach dem Bundesliga-Spieltag zählen die Noten der Kicker – bei guten Leistungen gibt’s Geld für den Manager. So kann er das Team wieder verstärken. Klingt einfach – und deswegen lieben es die Fans. Bis zu zwölf Millionen Besuche verzeichnet www.comunio.de im Monat. Die Nutzer wissen: Comunio ist was für wahre Fußballfans. Hier geht’s um Leidenschaft, um die Liebe zum Spiel. Und – eh klar – um Prestige: Denn gespielt wird in einer selbst gegründeten Liga, oft gegen die eigenen Kumpels, Arbeits- oder Vereinskollegen.

„Da ist man natürlich besonders motiviert“, sagt Fabian Loschek (35). Der Münchner Informatiker hat Comunio im Jahr 2000 entwickelt. Angefangen hat alles während des Studiums. „Ich war in den USA und habe Freunde vom College besucht. Mir fiel auf, dass sie über ein Online-Spiel in Kontakt blieben. Das hat mir gefallen. Ich fragte mich: Ob das nicht auch in Deutschland funktioniert?“

Loscheks Idee: Fußball verbindet – „darüber kann man gut diskutieren und streiten.“ Im Mai 2000 entwickelt er die Plattform, im August geht sie online. „Ich habe alles selbst in meiner Studentenbude in Gräfelfing programmiert. Die ersten Mitglieder waren Kumpels von mir.“

Mittlerweile hat Comunio jeden Monat 640 000 verschiedene Nutzer – und Fabian Loschek umgibt ein Team von ehrenamtlichen Helfern. Sie betreuen die Foren für die Mitglieder.

Aber klar, bei aller Liebe: Comunio ist auch ein Geschäft. Die Webseite finanziert sich neben der Werbung über Mitgliedsbeiträge. Die Basisvariante des Spiels ist kostenlos, dazu gibt es zwei Bezahlmodelle mit mehr Funktionen (ab 12,80 Euro pro Saison). „Wir sehen, dass die Zahl der Leute zunimmt, die das Spiel via Tablet oder Smartphone spielen“, sagt Loschek. „Mittlerweile gibt‘s bei uns auch eine iPhone- und Android-App und eine mobile Version von Comunio.“ Eine Facebook-Version wird für die nächste Saison erweitert.

„Natürlich habe ich gehofft, dass das Spiel ankommt. Aber mit so einer großen Beliebtheit konnte ich nicht rechnen“, sagt der Münchner. Seine Studentenidee: Mittlerweile ist sie Kult im Internet. Das große Plus: Der Leiter jeder Community kann eigene Regeln festlegen – etwa die Transferdauer. Inzwischen kann man aus 15 Topligen im Fußball wählen, neu sind die Formel 1 und Wintersport.

Was treibt erwachsene Männer zum Spielen? Vor allem der Wettkampf und die Realitätsnähe. „Man braucht Fußballverstand, nur so kann man besser werden als seine Freunde.“ Loschek loggt sich täglich ein: „Ich spiele seit mehr als zehn Jahren mit denselben Jungs. Vergangene Saison war ich nur Zweiter – jetzt will ich die Schale zurück!“

Sein Tipp an die virtuellen Manager: „Ich versuche, einen breiten Kader zusammenzustellen. Das Schönste ist aber, einen Rohdiamanten zu verpflichten, der sich im Laufe der Saison als Juwel entpuppt – so wie bei Thomas Müller oder Mario Götze.“

Andreas Thieme

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Firmen-Steckbrief

Gründer: Fabian Loschek (35, Informatiker)

Gründungsjahr: 2000

Firmensitz: Gräfelfing bei München

Art der Mitarbeiter: ehrenamtliche Helfer für die Forenbetreuung

Anzahl Communitys: mehrere Zehntausend

Besucher: Die Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (AGOF) listet im vierten Quartal 2012 insgesamt 640 000 unterschiedliche Nutzer

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