Streit um neue Autobahn

Wegen Corona: A94-Tempolimit gilt noch lange - Anwohner Zweifeln an Sinn

Achtung, runterbremsen: Auf der Isentalautobahn gilt maximal 120 km/h.
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Achtung, runterbremsen: Auf der Isentalautobahn gilt maximal 120 km/h.

Die neue A94 durchs Isental spaltet Landkreise und CSU-Politiker. Nun gibt es zumindest eine deutliche Ansage zur Dauer des Tempolimits: Noch sehr lange nämlich.

  • Die Überprüfung der Lärmbelastung entlang der Isentalautobahn A94 zieht sich in die Länge. 
  • Wegen der Corona-Krise hält das Verkehrsministerium eine Lärmmessung derzeit nicht für sinnvoll. 
  • Das Tempolimit gilterst mal weiter.

Mühldorf/Dorfen – Die A94* war vor der Kommunalwahl* im März der Aufreger in der Region Erding/Mühldorf*. Auf Betreiben von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wurde zum 1. Februar ein Tempolimit von 120 km/h eingeführt. 

Wegen Corona: A94-Tempolimit gilt noch lange - Anwohner Zweifeln an Sinn

Dann kam die Corona*-Krise und es wurde ruhiger – auf der Autobahn und in der Öffentlichkeit. Doch untätig blieben die Behörden seitdem nicht. Die Autobahndirektion Südbayern hat mittlerweile eine Überprüfung der bestehenden Lärmschutzwände und des Fahrbahnbelags abgeschlossen, um Fehler während des Baus auszuschließen. 

Die Messungen hätten in der Tat „keine neuen Erkenntnisse“ ergeben, sagt Josef Seebacher von der Autobahndirektion Südbayern. Das bedeutet: Wände und Belag entsprechen den Vorgaben, die vor dem Bau der Autobahn im Planfeststellungsverfahren festgelegt worden waren. 

Zu laut? Die Isentalautobahn A94.

Noch stehen Messungen an sechs Gebäuden in Autobahnnähe aus. Das Fachbüro ist nach einer Ausschreibung gefunden, das bayerische Verkehrsministerium indes möchte noch warten, bis auf der A94 wieder das normale Verkehrsaufkommen* erreicht ist. Die aufwendigen Messungen würden daher erst nach den Sommerferien starten.

Tempolimit auf A94 verlängert - Messungen starten erst im Herbst 2020

Bis dahin gilt das Tempolimit erst einmal weiter. Zwar hat ein Mühldorfer Klage* gegen die verkehrsrechtliche Anordnung eingereicht, eine Spendenaktion zur Finanzierung der Gerichtskosten läuft. 

Das Innenministerium gibt sich aber unbeeindruckt. Das Tempolimit, befristet bis 31. Juli, werde danach „zur Auswertung und Bewertung“ in einem „Zeitraum von etwa drei Monaten“ weiter in Kraft bleiben, erklärte das Ministerium auf Anfrage.

Es solle dabei geprüft werden, ob die Lärmbelästigung auf Spitzengeschwindigkeiten einzelner Raser oder aber auf die „straßenbauliche Ausführung der Fahrbahn und der Dimensionierung der straßenbaulichen Lärmschutzanlagen“ zurückzuführen sei.

Eine Radarmessung gab es seit der Einführung im Februar übrigens nicht, wie die Sprecher der Polizeipräsidien Oberbayern Nord und Süd auf Anfrage übereinstimmend erklärten. 

Begründung: Seit 1. Februar habe es in ihrem Zuständigkeitsbereich nur ein Dutzend Unfälle gegeben, so das Präsidium Oberbayern Nord, und dabei sei überhöhte Geschwindigkeit nicht ausschlaggebend gewesen. 

„Deshalb wurde bisher von Geschwindigkeitsmessungen mit technischem Großgerät Abstand genommen.“ Lediglich während Streifenfahrten, auch mit Zivilfahrzeugen, würden von Verkehrspolizisten Abstandsmessungen vorgenommen und auch einzelne Raser verfolgt.

Bernhard Osterloher*, der in Lengdorf (Kreis Erding) 150 Meter Luftlinie von der Autobahn entfernt wohnt, hat ohnehin Zweifel, dass das Tempolimit etwas nützt. Das Problem seien die Lkw, die über die geschnittenen Fugen der Autobahn-Fahrbahn donnerten. Er berichtet über unangenehmes Pfeifen und „Klopfgeräusche“. Und auf den Brücken gebe es gar keinen Lärmschutz. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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